Reise vom 24.06. – 28.06.2002
Thüringen – Erfurt
von Elisabeth Wanner
Warum in die Ferne schweifen,
wenn das Gute liegt so nah,
auf Goethes Spuren wollen wir reisen,
gemäß des Dichterfürst´s Zitat.
So werden wir um 6,00 Uhr früh beim Stuhler alle sein,
und ohne Stress und ohne Müh checkt uns der Friedl ein.
In Richtung Stauden geht´s nun los,
wobei der Wettergott nicht gnädig,
der Friedl fährt gewohnt famos,
auch unsre Rosmarie ist tätig.
Wir wollen auch in unsrer Region so manches neu auffrischen,
so lasst uns doch, von Stadt und Land, Vergessenes wieder wissen.
Schon winkt uns Ulm die alte Reichsstadt, die am linken Ufer der Donau liegt,
mit gotischem Münster und höchstem Kirchturm der Erde, der 161 m misst.
Ein kleines Picknick, gestiftet von der Firma Stuhler, ist schon angesagt,
schon Tradition bei unseren Reisen und von allen sehr gefragt.
Gestärkt mit Kaffee und Tee, Wurst und Käsesemmel geht´s nun weiter,
die Stimmung ist spitze und das Wetter wird heiter.
Bald schon ist Würzburg, die alte Bischofsstadt, mit bischöflicher Residenz in Sicht,
unter Baltasar Neumann im barocken Stil erbaut, ist sie für uns ein Begriff.
Wir passieren Fulda, die Stadt die zwischen der Rhön und dem Vogelberg eingebettet ist,
eine Bischofsstadt, die wir schon kennen, die 60.000 Einwohner misst.
Bad Hersfeld ist unser nächste Station
und in Eisenach erwartet uns eine nachmittägliche Führung schon.
Die mächtige Wartburg, die schon viel geschichtsträchtiges gesehen,
bewundern wir nun und können ihre historische Bedeutung verstehen.
Hoch oben auf dem Wartberg gelegen thront sie, umrahmt von einer Landschaft zum Träumen,
der Blick schweift über das auf- und abfallen sanfter Hügelwellen, bedeckt von der Tannendüsteren Schönheit endloser Wälder und Bäumen.
Über den einzigen Zugang der Zugbrücke betreten wir den Burghof, bestaunen
Ritterhaus und Fachwerksbau,
gelangen in den 2. Burghof mit Südturm und Palais, wo wir den ältesten Teil der Anlage beschauen.
Wir stehen im Rittersaal, den ein Kreuzgewölbe mit Kreuzbogen ziert,
wir bewundern Ritterausrüstungen und eine Baumkiste mit wertvollen Beschlägen die ein Hundebildnis birgt.
Ein sagenhafter Blick wird uns zu Teil als wir den Südturm besteigen,
der eine weite Sicht freigibt und romantisch dem Wald und Eisenach zeigen.
Immer wieder versinnbildlichen hier Löwen und Wappentiere Macht und Stärke,
nun bewundern wir den Speisesaal, den Wandteppiche aus dem 15. Jahrhundert zieren, es sind kostbare Werke.
Landgräfin Elisabeth, eine ungarische Königstochter, ist mit 4 Jahren auf die Burg gekommen
und hat sich später den Armen und Kranken dieser Region angenommen.
Die Elisabethenkemenade zieren 3 Millionen bunte Glassteine, die Szenen aus dem Leben der Heiligen zeigen,
im Sängersaal, dem seine prachtvolle Kassettendecke eine einmalige Akustik verleiht, wir sitzend verweilen.
Die Museumsräume beherbergen Kunstwerke von Granach, gotische Wandteppiche und Skulpturen,
ein Tilmann Riemschneider und ein Albrecht Dürer, hinterlassen hier ihre Spuren.
Insbesondere gehört die Lutherstube hier zu den Sehenswürdigkeiten,
wo Martin Luther 1521 – 1522 das neue Testament aus dem Urtext übersetzt und der Schriftsprache einen Durchbruch verleihte.
Kurfürst Friedrich ließ Luther, um ihn vor Kirchenbann und Reichsacht zu schützen ,auf die Burg bringen,
als Junker Jörg verkleidet, lebte er in dieser Stube, worüber sich Legenden ringen.
Nach dem Teufel, der Luther versuchen wollte, soll er ein Tintenfass geworfen haben,
neben dem Ofen entstand ein schwarzer Fleck, doch Besucher haben mit der Zeit diesen abgetragen.
Wir verlassen die Burg, eine kleine Stadtführung schließt sich nun an
und Frau Wimmer, die uns die nächsten Tage begleitet, zeigt uns als erstes das Bachhaus, gelegen am Frauenplan.
Hier besichtigen wir eine Ausstellung historischer Musikinstrumente, die Joh. Sebastian Bach in seinem Leben begleiten,
und erfahren vieles, über das Wirken des genialsten Musiker, aller Zeiten.
Wir sitzen in den Räumen, die die Familien Bachs einst bewohnten,
und hören, dass die Liebe zur Musik immer wieder überliefert wurde, so von Vater auf den Sohne.
Mit Hingabe, genießen wir Auszüge aus den Werken Bachs, gespielt und vorgetragen mit verschiedenen Instrumenten,
die träumerisch unsere Gedanken zu den genialen Meistern lenken.
Wir durchwandern noch sehr beeindruckt alle übrigen Räume,
den Abschluss bietet der Garten, der sehr romantisch gestaltet, unter Büschen, Beeten und Bäumen.
Jetzt haben wir uns redlich eine Kaffeepause verdient
und im Anschluss Fr. Wimmer mit uns einen Stadtrundgang unternimmt.
Am Marktplatz, wo gerade der Wochenmarkt seine Tore schließt,
steht das 1596 entstandene Rathaus ursprünglich Weinkeller, seit 1996 saniert.
Es ist das Herzstück der Altstadt, gegenüber sich die St. Georgskirche befindet,
trotz Torschluss, sich für uns noch eine Besichtigung und kurze Andacht einbindet.
Die Romanische Kirche, wird von der Frühgotik geprägt,
schon in Reichsacht stehend, hatte Luther ano 1521 hier noch gesungen und gepredigt.
Wertvolle Kunstdenkmäler nehmen das Auge des Betrachters gefangen,
die Blicke, zu den Landgrafensteine der Ludowiger, zum Chor gelangen.
Hier wurde Elisabeth von Thüringen 1221 mit dem Landgrafen Ludwig getraut,
und Sebastian Bach 1685 in dieser Kirche getauft.
Vor dem Westportal der Kirche der markante Marktbrunnen steht,
der den Schutzpatron Eisenachs, nämlich den hl. St. Georg trägt
Am Lutherplatz fällt das Lutherhaus ins Auge,
Martin Luther lebte dort als Schüler 1498 – 1501 musste hier Latein pauken.
Dies ist ein bemerkenswert altes und schönes Fachwerkhaus, das man später aufstockte,
lange Zeit im Besitz der Fam. Cotta, es heute noch viele Bewunderer anlockt.
Das letzte Stück unserer Anreise begleiten leuchtende Sonnenstrahlen, die die Wiesen lodengrün aufglimmen lassen,
moosdunkel dahinter das Relief des Waldes, bezaubernd schön man kann es kaum fassen.
So, von diesen Eindrücken benommen, nähern wir uns Erfurt, unserem Zielort,
beziehen unser super Hotel "Inter City", für 5 Tage nun unser Hort.
Jeder strebt dem Aufzug zu, die Kabine ist besetzt im nu.
Beflissen drückt der Seppel auf 1+2+4
und als der Aufzug anhält, meint er die Einser sind schon hier.
Der Aufzug schließt, ist wieder fort, oh je, wir sind im falschen Ort.
Mit Sack und Pack und Haarmaschine, stehen wir im Keller, ich und die Hermine.
Zum Glück, gibts hier doch eine Treppe,
wir tragen und schleifen und denken an den Seppel.
Endlich sind wir wieder im Eingangsbereich , der Aufzug aber kommt nicht gleich.
So 10 nach Sieben, sind wir dann im Zimmer, zum Duschen reicht die Zeit dann nimmer.
Erschöpft ruhen wir uns ein paar Minuten, dann müssen wir uns wieder sputen.
Das Abendessen gibt’s im Haus, doch wir, wir kennen uns schon aus.
und wenn die Andern rätseln, es muss doch eine Treppe geben,
so lächeln wir verschmitzt, wir konnten sie ja schon erleben.
So genießen wir in gepflegtem Ambiente das herrliche Abendessen,
lassen diesen Anreisetag Revue passieren um ja nichts zu vergessen.
Ein erlebnisreicher Tag, sich seinem Ende neigt,
wir sind voller Erwartung, was wohl der Nächste alles zeigt.
2. Tag Fahrt nach Naumburg 25.06.
Ein herrliches Frühstücksbuffet erfreut uns schon am Morgen,
heute fahren wir nach Naumburg, unser Führer Herr Wimmer verfügt über ein gigantisches Wissen, lässt uns aufhorchen.
Der spätromanische Dom Peter und Paul, ist die 1. Sehenswürdigkeit,
eine weltberühmte Basilika die 1042 wurde geweiht.
Dieses Gotteshaus besteht aus Lang- und Querbau einem Ost- und Westchor, denen je 2 Türme zugeordnet sind,
im Südbereich verbindet ein Kreuzgang den Hof der eine besondere Note bringt.
Weltberühmt sind die 12 Stifterfiguren die lebensgroß in Kalkstein gehauen,
einmalig in ihrer Darstellung und Hauptwerk des nicht namentlich bekannten Erbauers.
Die bekanntesten Paare sind Ekkehard und Uta, sowie Hermann und Regelindis,
besonders stolz und kühn ist Uta dargestellt, der Künstler besonders ihre Schönheit pries.
Bemerkenswert ist der am Westlettner sich befindende Figurenfries,
der Szenen aus der Leidensgeschichte Christi erkennen und deuten ließ.
Das Abendmahl, die Auszahlung der Silberlinge, Christus vor Pilatus, sind dort aus Stein
gehauen,
und im Portal des Lettners ist der Gekreuzigte dargestellt, eine einmalige Ausführung kann der Betrachter beschauen.
Das Chorgestühl, sowie die mittelalterlichen Glasfenster sind besonders wertvoll und finden Bewunderung
auch der Altar im Ostchor, die Kanzel, ein gemalter Flügelalter, ferner Grabdenkmäler finden größte Beachtung.
Über die Marienstraße gelangen wir zum Marktplatz, den ansprechende Bügerhäuser umrahmen,
das spätgotische Rathaus, sowie die Residenz und den Ratskeller wir noch in Augenschein nahmen.
Jetzt ist eine kurze Mittagspause die jeder für sich zur Verfügung hat angesagt,
bis wir uns um 13,00 Uhr am Bus wieder treffen zu unserer gemeinsamen Weiterfahrt
Erfurt, Hauptstadt des Freistaats Thüringen füllt unser nachmittägliches Programm,
auf den Spuren der Klassik braucht man Zeit und so fassen wir zusamm.
Beherrschendes Wahrzeichen der Altstadt ist das Ensemble der Severinkirche und des Mariendoms,
diese alten Baudenkmäler verhalfen Erfurt zu dem Beinamen, das thüringische Rom.
Die weltberühmte Basilika wurde 1145 im romanischen Stil errichtet,
im 14. Jahrhundert erfolgte ein Anbau mit 3 Türmen, wo im mittleren die Maria Gloriosa läutet, so wird uns berichtet.
Sie ist eine der größten und klangvollsten Glocken der Welt,
1497 von Gerhard Wou ans Kampen gegossen und erstellt.
Wegen Restaurierung des Turmes, so räumte unsere Führung ein,
wird sie, bis Beendigung der Bauzeit nicht mehr zu hören sein.
Überwältigend ist der Eindruck der farbigen Glasfenster im Chor,
ein eindruckvolles Zeugnis mittelalterlicher Glasmalerei, tut sich hier hervor.
Eine Fülle von Kunstschätzen bietet sich dem Betrachter,
so finden der barocke Hochaltar, das Chohrgestühl, die älteste Bronzeplastik, nämlich die Stuckmadonna, größte Beachtung.
Vom Domplatz verläuft die Marktstraße wo wir zum Fischmarkt gelangen,
wo wir das Haus zum roten Ochsen und zum breiten Herd, zu sehen bekamen.
Herr Wimmer erklärt uns, dass einst zahlreiche Wassermühlen den Wasserlauf der Gera säumten,
jedoch heute nur noch wenig erhalten seien.
Wir sehen das eindrucksvolle Standesamt, wo Graffitimalerei die Fassade ziert,
Herr Wimmer erklärt uns einiges über die Waidpflanze, deren Bearbeitung zu blauer Farbe führt.
Auf dem Petersberg sind Überreste der Schlosskirche Peter und Paul erhalten
wo Teile der einstigen barocken Zitadelle deren ehemalige Existenz, gestalten.
Wieder fein gemacht haben sich die vom Fachwerk geprägten, prächtigen Bürgerhäuser
die überall in der Stadt von stolzer Vergangenheit zeugen.
Die letzte Sehenswürdigkeit ist die Krämerbrücke, die 1325 an der Gerafurt als
Bogenbrücke entstand,
als längste Brückenstraße Europas, 120 m lang, sie die Gera überspannt.
Beidseitig mit 33 Häusern bebaut stellt sie einen interessanten Punkt der Stadt dar,
gesäumt von Geschäften des Kunsthandwerks, Antiquitäten und Basars.
Uns verbleibt noch ein gutes Stündchen zum ausruhen und zum frisch machen,
wir fahren mit der Straßenbahn gemeinsam in ein Hotel, wie immer gibt es viel zu lachen.
3. Tag Fahrt zum Thüringer Kamm 26.06.2002
Nach einem ausgedehnten Frühstück, steht eine Fahrt zum Rennsteig auf dem Programm,
der Bus bringt uns mit Führung zunächst zur Autobahn und auf den Thüringer Kamm.
Frau Wimmer uns alles wissenswerte lehrt,
so hören wir, dass das internationale Stadion linker Hand, den Namen Gunda-Nieman-Stirneman trägt.
Auch hier zu Lande gibt es Urlaub auf dem Bauernhof das uns von zu Hause bekannt
ein Erwerbszweig, als zweites Standbein, auch hier ein Echo fand.
In.Arusstadt, die auf unsrer Strecke linker Hand liegt, wissen wir nun, dass dort ein Museum existiert,
wo sich ein altes Hammerwerk und die größte Dampfmaschine befindet, die heute noch funktioniert.
Wir hören vom Ursprung der Porzellanmanufaktur Weimar und Thüringen aus dem 18.Jh. und von Salfeld, von der Feengrotte, die schönste der Welt, wo es Mineralien gibt, die weiß sind und bunt.
Der Name Rennsteig bedeutet Grenzweg, markiert die Grenze zwischen Thüringen und Franken,
ein 168 km langer Höhenweg, den schon Schmuggler und Kuriere kannten.
Über die höchsten Erhebungen zieht sich der Pfad,
den großen Inselberg und großen Beerberg durchzieht er, wo er gut markierte Wanderwege hat.
Der Blick des Betrachters schweift über endlose Wälder in tannendüsterer Schönheit,
wo gestaffelte Höhenzüge, mit versteckt liegenden Dörfern abwechseln, in schönstem Fachwerkskleid.
Leider erreichen wir den Ferien- und Winterspielort Oberdorf 800 m hoch nicht, der inmitten einer alten Passstrasse gelegen,
wegen Bauarbeiten ist er gesperrt, jedoch zu DDR Zeiten hat es hier ein Wintersportzentrum gegeben.
Wir besuchen den berühmten 7 ha großen Rennsteiggarten auf dem Pfanntalkopf bei Oberdorf gelegen,
wo ca. 4.000 verschiedene Pflanzen aus verschiedenen Hochgebirgen der Erde, Europas, Asiens, Amerikas und Neuseeland angesiedelt, akklimatisierend leben.
Harmonisch in die Natur eingefügt gedeihen Gebirgspflanzen, wie Enzian, Primeln, Glockenblumen, Nelken, Edelweiß und Alpenrosen,
sowie blauer Hymalayamohn, Bitterwürz und Andenpolster, aus der Reihe der Exoten.
Ruhige Sitzplätze zum verweilen und einmalige Aussichtspunkte begleiten unseren Wanderweg, den wir nun gehen,
in einer göttlichen Umgebung, traumhaft schön, genießen wir diesen Segen.
Natur und Geschichte verbinden sich zu einem einmaligen Erlebnis,
und so kommen wir, wie Millionen andere, zu dem Ergebnis.
Getreu nach dem berühmten Rennsteiglied von Herbert Roth "Diesen Weg auf den Höhn bin ich oft gegangen, Vöglein sangen, Lieder
bin ich weit in der Welt, hab ich verlangen, Thüringer Wald nur nach dir."
Unser Programm führt uns in s landschaftlich reizvolle Städtchen Schmalkalden,
wo schon im Mittelalter, das eisen- und metallverarbeitende Gewerbe, zu großem Wohlstand verhalfen.
1531 wurde der Schmalkaldner Bund ins Leben gerufen,
der den protestantischen Reichsstädten ein Schutzbündnis gegen den Habsburger Kaiser, Karls den 5. schufen.
Jetzt ist Mittagszeit, die zur freien Verfügung steht,
das Programm in 1 Stunde wieder weiter geht.
Unsere Führung macht uns mit allen bekannten Sehenswürdigkeiten vertraut.
Und wir hören, dass die ganze Altstadt unter Denkmalschutz steht, im eindrucksvollen Fachwerksbau,
Hauptsehenswürdigkeit ist das Schloss Wilhelmsburg, in den Jahren 1585-1589 im Renaissancen Stil erbaut,
und so wandern wir den Berg zum Schloss hinauf,
und Frau Wimmer klärt uns über die Außenanlagen auf.
Eine hohe Mauer friedet den 1. Schlosshof ein,
mit 3 m Abstand folgt eine 2. Mauer, dieser Bereich diente dem Federvieh, sollte Schutzzone sein.
Die Besitzer, die hessischen Landgrafen, bewohnten das Schloss nur 2 Monate im Jahr,
kamen mit Ross und Reiter, Bediensteten und Zofen und dem Inventar.
Ein großer Maststall und riesige Wirtschaftsgebäude, standen für Gäste und Herrschaft bereit,
man vergnügte sich mit Jagen und Ritterspielen und Bällen, in dieser guten alten Zeit.
Unsere letzten Eindrücke, dem Rosen und Gewürzgarten galten,
anschließend erwartet uns ein Rundgang in Schmalkalden.
Blickfang am Altmarkt ist das im Kern spätgotische Rathaus,
über dem nahmen Ratskeller liegt der frühere Sitzungssaal und sagt uns über den schmalkaldischen Bund was aus.
Gegenüber steht die Stadtkirche St. Georg in den Jahren 1437 – 1509 erbaut,
sie gilt als schönste Hallenkirche Thüringens, die wir nun bestaunen.
Wir stehen vor dem Hessenhof einem eindrucksvollen Fachwerksbau,
die ganze Stadt besteht aus Fachwerkskunst wohin das Auge schaut.
Nun fahren wir zum Hotel zurück und haben noch einen Aufenthalt in der Spielwarenfabrik
"Steiner" in Georgenthal,
hier werden von Hand gefertigte Plüschtiere hergestellt, in großer Zahl.
Diese Produktionsstätte entstammt einem alten Familienbetrieb,
der den meisten Absatz in Übersee hat und 40 Menschen Brot und Arbeit gibt.
Auch hier haben wir eine Kaufgelegenheit und decken uns mit diesen wertvollen Tieren ein
als Mitbringsel für all unsere Lieben daheim.
Schon bald sind wir wieder in Erfurt in unserem City Hotel,
nach einer Ruhepause sind wir um 18,30 Uhr wieder zu Stell.
Wir fahren mit der Straßenbahn zum Hotel Apollo, speisen in einem sehr exklusiven Haus,
so ganz allmählich klingt unser herrlicher Urlaub mit super Programm und super Wetter wieder aus.
4. Tag. Fahrt nach Gotha 27.06.2002
Das tägliche phantastische Frühstück einen guten Start verleiht,
zur einstigen Residenzstadt Gotha, zwischen Eisenach und Erfurt gelegen, fahren wir heut.
Das imposante Schloss Friedenstein, das dass Stadtbild beherrscht, ist unser 1. Ziel,
eine weiträumige Dreiflügelanlage erbaut im barocken, Rokoko und klassizistischem Stil.
Herzog Ernst der Erste, genannt der Fromme, wählte Gotha zur Residenz und ließt Schloss
Friedensburg erbauen,
dieser Neubau entstand nach dem 30-jährigen Krieg, durch Erbteilung möglich und ist ein Muss, es anzuschauen.
Wir treten in die Räume der Dienerschaft ein, wo man jetzt wertvolle Bandmalerei an den
Wänden wieder freilegte,
besonders kostbar sind die Böden, die mit immer sich veränderten Intarsien Motiven des
Parketts, sind belegt.
Mit dem Festsaal beginnen die Herrschaftsräume, die an Prunk seines Gleichen suchen,
der dort sich befindliche Wandteppich, der ein Motiv eines dänischen Elefantenordens aufweißt, ist eine Kostbarkeit und nur 15x in ganz Europa zu verbuchen.
Den Marmorsaal und das Dichter und Musenzimmer nehmen wir ehrfurchtsvoll in Augenschein,
und Frau Wimmer erklärt uns, dass hier 1945 evakuierte Flüchtlinge mit dem wertvollen Mobiliar heizten ein.
Wir gehen durchs Fliederzimmer wo die lila Töne der herrlichen Farben ineinander fließen
und im angrenzenden Laubenzimmer sich Muster von Blättern ineinander ergießen,
Wir können eine völkerkundliche Sammlung bewundern.
sowie ein Münz und Kupferstichkabinett aus dem 16. und 17. Jahrhundert.
Das Schlossmuseum beherbergt eine Gemäldesammlung, darunter das weltbekannte Gothaer Liebespaar um 1480 entstanden
im Ostflügel ein Museum der Regionalgeschichte, Volks- und Theatergeschichte eine Heimat fanden.
Eine Besonderheit ist hier das Barock-Eckhof-Theater im Westturm, es verfügt über 165 Plätze,
ein Kleinod unter all diesen prunkvollen Schätzen.
Seine intime Atmosphäre fasziniert den Besucher,
in seiner noch originalen Bühnentechnik, ist es das besterhaltenste Theater des 17. Jahrhunderts.
1681 erbaut, jetzt restauriert, präsentiert es sich heut im Stil seiner Glanzzeit
und ist über die Grenzen hinaus berühmt und bekannt, weit und breit.
Noch zu erwähnen, wäre die Wasserkunst von Hugo Mairich erbaut, die nördlich des Schlosses liegt,
inspiriert von den Kaskaden der Wilhelmsburg, die von den Wassern des Leinkanals 14. Jh. gespeist wird.
Wir bewundern nun das Herzstück der Altstadt, nämlich das Rathaus erbaut im Renaissancen Stil,
ursprünglich ein Kaufhaus danach Residenz, seit 1665 des Stadtrats Sitz.
Der Marktplatz ist umgeben von Geschäfts- und Bürgerhäusern aus dem 16 + 17. Jahrhundert
die ihn ringsum berührende Gassen binden die historische Altstadt ein und lassen sie bewundern.
Unser Programm führ uns nun zu einer Thüringer Glasbläserei, wo Herr Eccarius mit viel Liebe Kunstwerke entstehen lässt, durch kreatives gestalten,
und diese Fantasie und Einmaligkeit, lässt und hilft ihm, seinen Betrieb zu erhalten.
Wir sehen wie er eine Heißpistole erhitzt und arbeitet mit 850 Grad
wickelt auf einen Metallstab, buntes oder einfaches Glas
Hauchdünne Glasfasern zaubern Blumen und Ornamente und so entsteht immer ein Unikat,
nach Einkäufen verlassen wir Thüringens einzige Glasschmuck Werkstatt.
Weiter geht´s zur Marienglashöhle die 17 km südwestlich von Gotha liegt,
es ist die schönste und größte Höhle die es in ganz Europa, ihrer Art gibt.
Wir lernen das Schaubergwerk und die faszinierende Kristallgrotte kennen und fahren dazu 40 m unter Tage ein,
ein faszinierender Anblick es glitzert und funkelt wie Edelstein.
Stalagtiten und Stalagmiten, tropfen und wachsen hier heran,
Gipsvorkommnisse in Streifen und Flötsen man bewundern kann.
Mit der Spitzhacke wurde der Gips abgehauen, zerkleinert, in Kübel geschäufelt, hochgezogen, so gewonnen,
Kinder von 12-16 Jahren, mussten im nass-feuchten Klima, bei schlechter Beleuchtung Arbeiten, waren so beraubt der Sonne.
Wir erfahren, dass dieser Stollen schon geschlossen war und mit Wasser unterlaufen,
findige Köpfe haben die Wasser abgepumpt einen See angelegt und so ist es, diesem Höhlensee zugelaufen.
So wurde, diese beeindruckende Stätte der Nachwelt, als einmalige Attraktion erhalten,
das Erbe der Kumpel, die unter unmenschlichen Bedingungen für einen Hungerlohn arbeiteten, wird nun getreu verwaltet.
Einige von uns wollten nicht in den Stollen und so gesellen wir uns zu ihnen
um eine kleine Kaffeepause einzulegen, die wir uns reichlich verdienten.
Nach diesem ereignisreichen Tag, fahren wir jetzt zum Hotel zurück und machen uns frisch,
denn heute gehen wir zu Fuß in die Museumsbrauerei, dort gibt es den Abendtisch.
Ein Thüringer Buffet mit Spezialitäten der Region, wird und dort serviert,
warm und kalte Gerichte, Salate, Käse, Obst und Nachspeise, alles wird probiert.
Wir schlemmen am Bufett und es mundet uns aufs Beste
und die Wirtin, Fr. Lotti, unterhält mit Charme ihre Gäste.
Und so singen wir fröhliche Lieder und sie wünscht sich, wir kämen bald wieder.
Weil halt alles mal ein Ende nimmt, so kommt der Zapfenstreich
und ganz bestimmt schlafen wir,
nach diesem herrlichen, süffigen Bier,
in unserer letzten Nacht in Erfurt, himmlisch und weich.
5. Tag Heinreise 28.06.2002
Das letzte Frühstück genießen wir in gediegenem Ambiente,
Abschied von Erfurt unsere schönen Tage gehen zu Ende.
Nach dem Verladen fahren wir mit Frau Wimmer nach Weimar, die Stadt der deutschen
Klassik genannt,
Luther Cranach, Wagner und Bach haben hier gewirkt , machten Weimar weltbekannt.
Große Dichter wie Wiland, Goethe, Herder und Schiller, begründeten diese bedeutende Epoche des 18. Jahrhundert,
Musiker wie Franz Liszt sowie zahlreiche Maler trugen zum geistigen Leben bei, machten es bunter.
Zu den Highlights dieser Klassikerstadt gehören das Nitsche Archiv, sowie das Schiller- und
Goethehaus
trotz zahlreicher berühmter Kulturdenkmäler, zeichnet sich immer noch das Flair einer
Kleinstadt aus.
Unsere Führung macht uns mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vertraut,
so steht im Mittelpunkt der Altstadt die Herderkirche, Peter und Paul
Beachtung findet hier eine Altartafel von Cranach begonnen vom Vater, fertiggestellt vom Sohn,
am Theaterplatz erhebt sich das Nationaltheater 1770, ein barocker Bau gibt hier an den Ton.
In diesem Haus, indem auch Goethe Intendant war, wird die Theatertradition gepflegt,
auf dem Platz davor, das berühmte Dichterdenkmal Goethe – Schiller steht.
Das Friedrich Schiller Haus, an dem wir jetzt vorüber gehen,
präsentiert sich als original restaurierter Neubau, einmalig, wunderschön.
Frau Schiller ließ damals kleine Fensterläden anbringen, das war von großem Nutzen,
einmal konnte das Tageslicht länger herein, zum 2. sollte es vor neugierigen Blicken schützen.
Bis 1805 wohnte Schiller dort, ist noch nicht 46 jährig an einem seiner Kräfte zehrenden Krebs-Lungenleiden verstorben,
im Gegensatz zu Goethe, der seine Güter geschenkt bekam, hat Schiller sein Haus selbst erworben.
Schiller ist uns allen, als großer Dichter bekannt, wer lernte nicht Schillers Glocke kennen
und Schillers Dramen Jungfrau von Orlean und Wilhelm Tell, um nur einige zu nennen.
Wir gehen weiter und stehen vor dem Goethehaus ein schlichter Barockbau, 1709 entstanden,
und hören, dass eine ganze Reihe von Häusern er sein Eigen nannte.
56.000 Gegenstände auch aus Kunst und Mineralogischen Sammlungen lagern hier, gingen durch Goethes Hände,
darunter eine beachtliche Bibliothek mit 5.400 Bänden.
Theaterstücke, wie die Leiden des jungen Werther, sowie Dramen, Egmont oder Faust, an unserem geistigen Auge vorüberziehen,
seine unerschöpfliche Fülle reicht bis zum einfachen Volkslied, sah ein Knab ein Röslein stehen.
Unweit entfernt befindet sich das imposante Gasthaus zum Schwan,
wo Goethe stets seine Freunde einlud Feiern und Festen, man hier nachvollziehen kann.
Wir erreichen den Goethe Park an der Ilm, den Goethe mit viel Kunstsinn einst mit
Gärtnern gestaltet hat,
hier befindet sich sein berühmtes Gartenhaus, in das er sich immer zurückzog, wenn es zu laut
war, in der Stadt.
In günstiger Entfernung befindet sich auch das Haus der Charlotte von Stein,
Goethes intensiv geistig, sinnlicher Liebe, wo er ging aus und ein.
Eine aufgestellte Kerze diente zur Information, war ein besonders Signal,
Goethe konnte es jederzeit einsehen und besuchte dann Charlotte allemal.
Dem Herzog diente Goethe als Erzieher, Verwaltungsbeamter, Theaterdirektor und
Musiker in freundschaftlicher Ergebenheit,
er war Kritiker, Übersetzer, er malte und forschte mit Hingabe, auch im Naturbereich.
Durch die moderne Genanalyse kann man heute die genaue Todesursache bestimmen,
und so konnte man nachvollziehen, dass Goethe an einem Herzinfarkt 83-jährig verstarb, sitzend in seinem Arbeitszimmer.
Unser Rundgang führt an der Hochschule Franz Liszt vorbei, sie ist im ehemaligen Fürstenhaus, Schloss Belvedere, einem eindrucksvollen Barockbau unter gebracht,
das 1570 errichtete grüne Schloss beherbergt die Amalienbibliothek, die Goethe bis 1819
betreut hat.
Wir sehen das Carl Zeiß-Haus, dieser Name ist auf der ganzen Welt ein Begriff,
heute stellt das Unternehmen Zeiß ABE und Schott für Planetarium die modernsten Gläser her und hat in Jena seinen Sitz.
1999 wurde Weimar ins Weltkulturerbe aufgenommen,
zu diesem Ereignis des Jahres, sind 12 Millionen Gäste gekommen.
Inzwischen zeigt die Uhr 11,30 und wir sind im Corona zum Essen bestellt,
in diesem Lokal gibt es einen Platz, das speisten und speisen nur die Großen dieser Welt.
Aber heute, wird er auch von uns besetzt,
wir, wir sind halt auch was Besseres jetzt.
Nach unserem letzten gemeinsamen Mittagsessen, vereinen wir uns um 13,00 wieder am Bus,
der uns zu unserer letzten Etappe Jena, Gera, Bayreuth, Nürnberg, Augsburg und zum Heimathafen bringen muss.
Unser Friedl hat wie immer eine super Idee,
wir legen eine kurze Rast ein, verbunden mit Kuchen und Kaffee.
Ein kleines Buffet, wie´s Tischlein deck dich, zaubert das Team im nu,
so können wir uns stärken und gewinnen noch Zeit dazu.
Thüringen: das Land der romantischen Schlösser, historischen Städte und endlosen Wäldern,
mit seinen kuscheligen Tälern, malerischen Dörfer, Tannenhaine, Wiesen und Felder.
Fachwerkhäuser, Burgruinen und stille Wanderwege, laden ein zum verweilen,
herrlich, herrlich, überherrlich diesen Ausruf Goethes, wir mit dem Dichterfürst nun teilen.
Diese Bilderbuchlandschaft, auf den Spuren Goethes und Co, werden uns noch lange begleiten,
und unser Leben und Denken stets positiv bereichern.
Die heimatlichen Gefilde rücken näher heran, bald heißt es auseinandergehen,
Freude und Wehmut mischen sich, wenn wir unsere Lieben wieder sehn.
So bleibt uns nur noch "zu danken" unserem Friedl, der immer wieder alles gibt, auf´s Neue,
unserer Rosmarie, für ihren ausführlichen Vortrag, mit Seppl für bedienen und betreuen.
Zusammen sind sie alle, doch ein super Team,
so familiär gestaltet, war es doch wieder wunderschön.
Und soll uns wieder, ein Nächstesmal beschieden sein,
so laden wir uns heute schon, mit Gottes Will, uns wieder ein.