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28. Oktober bis 02. November 2007
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Verfasser des Reiseberichtes:
Gerda Härtinger - Westendweg 13 - 86845 Großaitingen ­ Telefon 08203/5415
Fotos:
Gerda Härtinger ­ Franz Kraus
Quellen:
Internet ­ Domitilla-Katakomben und Castelgandolfo
Club-Reiseführer, Lizenzausgabe der Bertelsmann Club GmbH
ADAC-Reiseführer Rom von Herbert Rosendorfer
Die Peterskirche im Vatikan von Lozzi Roma S.a.s. (2003)
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. . . eine Reise in die Ewige Stadt
28. Oktober bis 02. November 2007
Sonntag, 28. Oktober 2007
Pünktlich um 7.30 Uhr begann im Hof der Firma Stuhler in Schwabmünchen unsere
Reise. Gegen 8.00 Uhr stiegen dann in Bad Wörishofen, im Hof der Firma Linder und
vor dem Büro in der Innenstadt, noch Fahrgäste zu. Unsere Reiseleiterin, Frau Petra
Hutzler mit Ihrer Tochter Simona und unser Busfahrer, Herr Rudolf Kraus begrüßten
uns an Bord des Busses und gaben uns erste Informationen über den Ablauf der
Reise. Die Fahrt ging weiter über Kaufbeuren, Kloster Ettal und Mittenwald nach
Innsbruck auf die Brenner-Autobahn in Richtung Italien.
An der Mautstelle in Sterzing stand plötzlich ein Polizist vor unserem Bus und
verlangte von unserem Rudi den Führerschein und die Fahrzeugpapiere, weil dieser
nicht angeschnallt war. Er musste mitkommen und es wurde ein Protokoll
aufgenommen. Der Rudi versuchte noch dem Polizisten klar zu machen, dass er
gerade den Gurt abgeschnallt hat, um das Ticket aus dem Automaten zu ziehen. Es
half alles nichts und ein Busgeld in Höhe von
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zum Bus zurück kam und uns alles erzählte, meinte er nur ,,das muss man sportlich
sehen". Dies sei das erste Mal in 10 Jahren, dass er bezahlen musste. Auf der
ganzen Reise wurde er dann immer wieder darauf hingewiesen, den Gurt anzulegen.
Die Fahrt ging dann weiter auf der Brenner-Autobahn entlang des Gardasees, über
Bozen nach Verona. Dort war für den Nachmittag eine Stadtbesichtigung eingeplant.
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Unsere Reiseleiterin Petra ging mit uns über die Piazza Bra, entlang der Arena, durch
die Via Mazzini zur Casa Giulietta. Dort konnten wir den Balkon der Julia bewundern.
Weiter ging es dann über die Piazza Erbe zur Kirche S. Anastasia und schließlich zum
Dom. Unser Weg führte es dann noch entlang des Flusses Adige, vorbei am Castell
zur Kirche San Zeno.
Verona
eine wirtschaftlich wie kulturell florierende Metropole und zugleich die nach Venedig
größte und bedeutendste Stadt des Veneto. Ihr antiker Stadtkern birgt zahlreiche
römische Baudenkmäler, die denen Roms kaum nachstehen, sowie viele
mittelalterliche Paläste. Verona besitzt drei Hauptattraktionen: die herrliche Arena aus
dem 1. Jahrhundert n. Chr., die Piazza Erbe und die Kirche San Zeno.
Arena
Das Amphitheater von Verona ist nach dem Kolosseum in Rom und dem
Amphitheater in Santa Maria Capua Vetere bei Neapel das drittgrößte der Welt. 30 n.
Chr. fertiggestellt, fasste es damals praktisch die gesamte Bevölkerung des römischen
Veronas. Von überall kamen Schaulustige, um sich an Gladiatorenkämpfen und
Tierhetzen zu ergötzen. Heute finden hier die mittlerweile weltberühmten
Opernfestspiele statt.
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Piazza Erbe
Dieser Platz, dessen Fläche zum Teil dem Forum des antiken Verona entspricht, ist
einer der schönsten und malerischsten Plätze Italiens und drückt wie kein anderer Ort
den eigenwilligen und lebhaften Charakter der Stadt aus, der sich in dem leuchtenden
Farbenspiel des volkstümlichen Obst- und Gemüsemarktes mit bemerkenswerten
Denkmälern und Gebäuden manifestiert. Dichter und Maler lieben die Piazza, die man
als das schönste Monument Veronas bezeichnet hat.
Vor dem barocken, statuenbekrönten Palazzo Maffei (1668) erinnert ein Markuslöwe
daran, dass Verona 1405 unter die Herrschaft Venedigs fiel. An der Westseite erhebt
sich die Casa die Mercanti, ein größtenteils im 17. Jh. entstandenes Gebäude, das
jedoch Elemente eines Vorgängerbaus von 1301 enthält. Gegenüber sind oberhalb
des Cafés noch Reste farbiger Fresken auszumachen.
Die Frauenstatue auf dem Brunnen im Zentrum stammt aus der Römerzeit und ruft in
Erinnerung, dass die langgestreckte Piazza seit 2000 Jahren fast ununterbrochen als
Marktplatz dient.
Links des Palazzo Maffei erhebt sich die viereckige Torre del Gardello, ein von
Cansignorio della Scala 1370 erbauter Backsteinturm, der 1626 den glockenförmigen
Dachabschluss erhielt.
Neben dem Palazzo del Comune, dessen mittelalterliche Verkleidung im 19. Jh. eine
klassizistische Fassade von G. Barbieri erhielt, erhebt sich der 83 m hohe Torre die
Lamberti. Dieser höchste Turm der Stadt, der im Jahre 1172 begonnen wurde, erhielt
1464 das achteckige Turmgeschoss, das in der Mitte des Platzes noch heute die alten
Glocken Rengo und Marangona bewahrt.
Casa di Giulietta
Die tragische Liebesgeschichte von Romeo und Julia ­ zwei Liebenden aus tödlich
verfeindeten Familien -, die Luigi da Porto aus Vicenza in den 20er Jahren des 16.
Jahrhunderts niederschrieb, hat zahllose Dichter, Dramatiker und andere Künstler
inspiriert.
Bei der Casa di Giulietta handelt es sich in Wahrheit um ein restauriertes Gasthaus
(13. Jh.). Massenweise strömen die Touristen zu dem marmornen Julia-Balkon, den
Romeo erklommen haben soll, doch nur wenige suchen auch die heruntergekommene
Casa di Romeo auf.
Sant' Anastasia
1290 begonnen, besitz dieses riesige Gotteshaus ein gotisches Doppelportal mit
verwitterten Fresken (15. Jh.) und Reliefszenen aus dem Leben des heiligen Petrus.
Im Inneren verdienen die beiden Weihwasserbecken Beachtung. Sie werden von zwei
realistisch gestalteten Bettlerfiguren getragen, die im Volksmund i gobbi, die Buckligen
heißen. Die linke entstand 1495, die rechte ein Jahrhundert später. Die Sakristei birgt
Antonio Pisanellos Fresko ,,Der heilige Georg und die Prinzessin" (1433-38).
Dom
Das prachtvolle romanische Portal der 1139 begonnenen Kathedrale Veronas ist ein
Werk des berühmten Meisters Nicolò, eines der beiden Bildhauer, die auch die
Fassade von San Zeno gestalteten. Hier meißelte er die Ritter Oliver und Roland,
deren Taten im Dienste Karls des Großen in der mittelalterlichen Dichtung oft
besungen wurden. Neben ihnen stehen langbärtige, starr blickende Heilige und
Evangelisten. Das gleichfalls romanische Südportal zeigt Jonas mit dem Walfisch und
groteske Karyatiden.
Glanzpunkt der Innenausstattung des Doms ist Tizians Mariä Himmelfahrt (1535-40).
Sehenswert ist auch der romanische Kreuzgang, in dem Ausgrabungen von
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Vorgängerbauten zu sehen sind. Das Baptisterium San Giovanni di Fonte (8. Jh.) birgt
ein sehenswertes Taufbecken (1200).
San Zeno Maggiore
Die Basilika San Zeno , 1123-35 als Schrein für den Schutzheiligen der Stadt errichtet,
ist die am reichsten verzierte romanische Kirche Norditaliens. Die Fassade
schmücken eine herrliche Fensterrosette, Marmorreliefs und ein eleganter
Portalbaldachin. Glanzlichter sind jedoch die faszinierenden Bronzetürfelder (11./12.
Jh.). In dem mächtigen Wehrturm nördlich von San Zeno soll König Pippin (777-810)
begraben sein.
Gestreiftes Mauerwerk ist ein typisches Merkmal romanischer Bauten in Verona.
Dunkler Veroneser Backstein wechselt sich ab mit hellem Tuff.
Die marmornen Wandfelder (1140) seitlich vom Portal illustrieren links das Leben
Jesu, rechts Szenen aus der Schöpfungsgeschichte.
Die romanische Vorhalle zählt zu den schönsten ihrer Art in ganz Norditalien. Auf dem
Basrelief (1138) über dem Hauptportal ist der heilige Zeno zu sehen.
Der Glockenturm 1045 begonnen, erreichte 1178 seine heutige Höhe von 72 m.
Die Kirche ist einer altrömischen Basilika (Gerichtshalle) nachempfunden. Der
Hauptaltar liegt auf einer erhöhten Tribuna (Apsis), auf der der Platz des Richterstuhls
gewesen wäre.
Das Mittelschiff überspannt ein prachtvolles Kielgewölbe, so genannt, weil es einem
umgekehrten Bootskörper ähnelt. Es wurde 1386 beim Neubau der Apsis ergänzt.
Der Hochaltar von Mantegna ­ der Heiligenschein der Muttergottes in dem dreiteiligen
Altarbild (1457-59) spiegelt die Form der gegenüberliegenden Fensterrosette wider.
In der Krypta befindet sich das Grab des heiligen Zeno, der, 362 zum Bischof von
Verona ernannt, 380 starb.
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Die Arena
Piazza Bra
Sant' Anastasia
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Portoni della Bra
Torre die Lamberti
Casa di Giulietta
Dom Santa Maria Matricolare
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Ponte della Vittoria über den Fluss Adige ­ im Hintergrund das Castell
San Zeno Maggiore
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Innenraum der Basilika San Zeno
Leider war die Zeit viel zu kurz, um alles genauer ansehen zu können. Es wäre jedoch
ein Grund, die Stadt nochmals zu besuchen und dann länger dort zu verweilen.
Um 17.00 Uhr war Treffpunkt in der Via Pallone, wo uns der Rudi mit dem Bus wieder
abholte, um Richtung Modena weiter zu fahren.
Im Hotel Mercure in Campogalliano waren für uns Zimmer für die Übernachtung
reserviert worden. Ein * * * * Hotel mit sehr schönen Zimmern, aber nicht ganz billig,
was die Getränke beim Abendessen anging.
Montag, 29. Oktober 2007
Bereits ab 6.45 Uhr gab es Frühstück und so konnten wir bereits um 7.45 Uhr das
Hotel verlassen, um die letzte Strecke in Richtung Rom in Angriff zu nehmen. Trotz
des Werktages war der Verkehr auf der Autobahn nicht so stark wie befürchtet und wir
kamen ohne Staus von der Brennerautobahn auf die A1, der Autostrada del Sole. über
Bologna und Florenz ging die Fahrt nach Rom. Von der A 1 zweigt die Ringautobahn
um Rom ab, die wir dann gefahren sind, um im Südosten der Stadt unser Hotel Casa
Tra Noi in der Via di Monte del Gallo anzufahren. Über diese enge Zufahrtsstrasse
zum Hotel konnte unser Busfahrer Rudi jedes Mal seine Fahrkünste unter Beweis
stellen.
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Früher als erwartet, trafen wir bereits um 14.00 Uhr im Hotel ein, konnten unsere
Zimmer beziehen und die Koffer auspacken.
Um 15.00 Uhr trafen wir uns dann mit unserer Reiseleiterin Petra und unserem
Busfahrer Rudi, die uns den kurzen Fußmarsch zum Petersplatz zeigten.
Bereits um 15.00 Uhr trafen wir uns mit unserer Reiseleiterin Petra und unserem
Busfahrer Rudi vor dem Hotel. Diese zeigten uns dann den kurzen Fußweg ins
Zentrum.
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Nachdem das Wetter am Montag noch sehr schön, aber für die nächsten Tage
schlechteres Wetter angesagt war, meinte unsere Reiseleiterin Petra, es sei
angebracht, die Kuppel der Peterskirche gleich zu besteigen.
Eine lange Schlange stand vor der Kolonnade, aber wir überlegten nur kurz und
stellten uns dann an, um durch die Kontrolle ins Innere der Peterskirche zu kommen.
Nach knapp einer halben Stunde waren wir durch, orientierten uns kurz und
entschieden, die Kuppel der Peterskirche in Angriff zu nehmen. Auch dort mussten wir
uns wieder anstellen.
Die Besteigung der Kuppel
Der erste Abschnitt, der der Höhe des Mittelschiffs entspricht, legten wir mit dem
Aufzug zurück, da ab 16.30 Uhr der Aufstieg über die schneckenförmige Treppe
bereits gesperrt war und wir erreichten die weite Terrasse über dem Hauptbau.
Darüber erhebt sich 92 m hoch die gewaltige Masse der Kuppel, umgeben von ihrem
Gefolge von zehn ,,kleinen" Kuppeln, nämlich den vier Eckkuppeln und sechs
weiteren, die den Seitenkapellen entsprechen ­ ein einzigartiger Anblick. Nicht
weniger faszinierend ist der Ausblick über den Petersplatz und die Hügel der Stadt,
zwischen denen sich der Tiber windet.
Zu Füßen der Kuppel beginnt die nächste und noch eindrucksvollere Etappe des
Aufstiegs, die uns in den Zwischenraum zwischen der inneren und äußeren
Kuppelschale führte. Vom Wandelgang, der das Kuppelgesimse unterhalb der Fenster
umläuft, hatten wir aus 53 m Höhe einen tollen Blick in die Basilika.
Über große und kleine Treppen (insgesamt 537 Stufen) und zwischen gekrümmten
Wänden hin, die dem Profil der Kuppel folgen, geht unser Aufstieg weiter bis hinauf zu
der Loggia unter der Laterne. Von neuem bietet sich uns ein faszinierender Blick auf
die Stadt, diesmal noch großartiger und umfassender.
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Nach dem Abstieg von der Kuppel und einem ersten Rundgang durch die Peterskirche
begaben wir uns auf den Heimweg zum Hotel Casa Tra Noi.
Dort gab es dann um 19.30 Uhr das Abendessen mit Vorspeise, Hauptgang und Obst
zum Nachtisch. Danach begaben wir uns auf unsere Zimmer, nachdem wir doch einen
anstrengenden Tag hinter uns hatten.
Dienstag, 30. Oktober 2007
Nach dem Frühstück, das es ab 7.30 Uhr gab, begann um 8.30 Uhr unsere
Stadtrundfahrt ,,das antike Rom". Unsere Reiseführerin Angela, eine gute Freundin
unserer Reiseleiterin Petra, begrüßte uns und stattete uns mit Hörgeräten aus. Unser
Busfahrer Rudi brachte uns zum Kolosseum. Auf dem Weg dorthin erzählte uns
Angela interessantes über das antike Rom. Beim Kolosseum angekommen, stiegen
wir dann aus und legten den weiteren Weg über das Forum Romanum und zum
Kapitol zu Fuß zurück. Beim Marcellus-Theater wartete dann unser Busfahrer, um uns
wieder zurück zu bringen.
Konstantinsbogen
Dieser Triumphbogen wurde 315 n. Chr. errichtet und zählt zu den letzten Bauwerken
der römischen Cäsaren. Kurz danach machte Konstantin Byzanz zur Hauptstadt des
Römischen Reiches. Der Triumphbogen wurde zum Gedenken an den Sieg
Konstantins 312 n. Chr. über seinen Rivalen Maxentius an der Milvischen Brücke
gebaut. Konstantin führte seinen Sieg auf einen Traum zurück, in dem ihm geheißen
worden war, die Buchstaben Chi und Rho, die griechischen Initialen Jesu Christi, auf
die Schilde seiner Männer zu schreiben. Der christlichen
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Überlieferung zufolge soll Konstantin mitten in der Schlacht eine Vision des Heiligen
Kreuzes gehabt haben.
Konstantinsbogen
Kolosseum
Roms größtes Amphitheater wurde 72 n. Chr. von Kaiser Vespasian in Auftrag
gegeben. Kaiser und wohlhabende Familien ließen hier Gladiatoren- und Tierkämpfe
abhalten, um sich beim Volk beliebt zu machen. Meist kam es zu einem wahren
Massenschlachten. Allein bei den Einweihungsspielen 80 n. Chr. wurden 9000 wilde
Tiere getötet. Das Kolosseum bot bis zu 55000 Zuschauern Platz, die je nach Status
saßen. Dorische, ionische und korinthische Säulen zierten das Kolosseum. Viele
Renaissancearchitekten ließen sich von diesem Bauwerk inspirieren und nutzten es
zugleich als Steinbruch zum Bau von Palästen. Auch ein Teil der Peterskirche besteht
aus Fragmenten des Kolosseums. Unter der Arena befanden sich Hebebühnen, sowie
die Käfige der wilden Tiere. Durch Korridore konnten die Zuschauer schnell zu ihren
Sitzen geschleust werden.
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Das Kolosseum
Titusbogen
81 n. Chr. ließ Kaiser Domitian diesen Bogen zum Gedenken an den Triumpf seines
Bruders Titus über die Juden errichten. Titus hatte 71 n. Chr. einen Aufstand der
Juden gegen die römische Herrschaft in einem Feldzug unterdrückt, der mit der
Eroberung und Zerstörung Jerusalems endete. Die beiden Reliefs an den inneren
Flanken der Tordurchfahrt zeigen die Glanzpunkte des Triumpfes Titus. Realistisch
dargestellt sind die erbeuteten Tempelschätze der Juden, darunter die rituellen
Trompeten und der siebenarmige Leuchter, die im Zug mitgeführt wurden. Den in Rom
lebenden Juden war es von der jüdischen Obrigkeit verboten, unter dem Bogen
hindurchzugehen, denn sie sollten diese Gotteslästerung nicht anschauen. Die beiden
Tafeln gelten als die wichtigsten Beispiele römischer Reliefkunst.
Der Titusbogen diente im Mittelalter als Festung für die Familie Frangipani, die ihn zu
einem Turm umbaute. Erst im 19. Jh. wurde der Bogen von den unschönen An- und
Aufbauten befreit. Seine heutige Gestalt, eines der Wahrzeichen Roms, beruht
weitgehend auf Ergänzungen und Rekonstruktionen. Die Reliefs aber sind echt.
Die erwähnten Beutestücke aus dem Tempel von Jerusalem wurden als Weihegaben
im Friedenstempel niedergelegt. Dort blieben sie fast 400 Jahre lang, bis bei der
Plünderung der Stadt durch die Vandalen im Jahr 455 auch diese Schätze geraubt
wurden.
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Titusbogen
Der Palatin,
einst Residenz der Cäsaren und Aristokraten, ist das schönste Überbleibsel des alten
Roms. Hier stehen unter anderem die Ruinen der Villa, in der Kaiser Augustus gelebt
haben soll, sowie die Domus Flavia und die Domus Augustana, die beiden Flügel
eines prunkvollen, unter Domitian errichteten Palastes.
Blick auf den Palatin-Hügel
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Blick auf den Palatin-Hügel
Forum Romanum
Das Herz der alten Welt, jahrhundertlang versunken und zur Kuhweide (Campo
vaccino) degradiert, ist das Forum heute ein archäologischer Park mit Ruinen aus
allen Epochen des römischen Imperiums.
Es wirkt paradox, wenn man sich vor Augen hält, dass die Bezeichnung für jenen Ort,
der für Jahrhunderte Mittelpunkt des politischen, bürgerlichen, wirtschaftlichen und
kulturellen Lebens in Rom und damit des damals bekannten Erdkreises war, von dem
Wort foris (draußen, außerhalb) kommt. In der Tat war die versumpfte Senke
zwischen Palatin und Kapitol in der Zeit des Ur-Rom, als nur der Palatinhügel
besiedelt war, ,,draußen". Erst 600 v. Chr. wurde das Forum Romanum zum ersten
Mal gepflastert.
Der archäologische Befund stimmt mit der legendenhaften Geschichtsüber-lieferung
überein, nach der König Tarquinius Priscus hier mehrere Staatsbauten errichten ließ.
Die Entwässerung muss naturgemäß vorangegangen sein. Der wichtigste der
Meliorationskanäle war die Cloaca Maxima, deren ummauerte Mündung noch in der
Nähe der Tiberinsel zu sehen ist.
Im Lauf der folgenden Jahrhunderte wurden Tempel, Basiliken, Ehrenbogen,
Ehrensäulen und andere Gebäude auf dem Forum errichtet. Um die Mitte des 5. Jh. v.
Chr. wurden die bronzenen Tafeln des Zwölf-Tafel-Gesetzes an der Rostra, der
Rednertribüne des Forums angebracht. Es bildete die Grundlage des römischen Zivil-
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und Strafrechts bis in die Spätantike. Fragmente, zwar nicht der Tafeln, aber des
Textes sind in Zitaten überliefert.
Julius Cäsar und später Augustus ließen das Forum umgestalten und mit prächtigen
Marmorbauten und Statuen schmücken. Obwohl in der Kaiserzeit die Kaiserforen
errichtet wurden, blieb das Forum Romanum das Zentrum der Stadt. So ehrwürdige
Denkmäler wie der Lapis Niger, der als Romulus-Grab galt, der Lacus Curtius, die
Quelle der Juturna, der Umbilicus Urbis (Nabel der Stadt) und das Vestaheiligtum
gaben dem Ort auch die uralte Weihe des Numinosen.
Während der Blütezeit der antiken Stadt muss das Forum eine (vielleicht für unseren
Geschmack überladene) Ansammlung von dicht aneinander stehenden, sich
behindernden, prächtigen Marmorkolossalbauten gewesen sein, dekoriert mit
unzähligen Statuen, bevölkert von lärmenden Menschen, erfüllt vom Geschrei der
Händler, Marktfrauen und Politiker und mittendrin die Prozession steinerner Kaiser auf
steinernen Pferden reitend.
Im Mittelalter schließlich verfielen die Bauten und die Römer bedienten sich ihrer als
Steinbruch. Mit Gras und Gebüsch überwachsen, fungierte das Forum lange als
Rinderweide. Noch im 19. Jh. nannte man es deshalb Campo vaccino. Die
Ausgrabungen und die Konservierung begannen zaghaft unter Carlo Fea, der 1803-19
päpstlicher Kommissar für die Antike war, und wurde energisch ab 1870 von den
Archäologen Pietro Rosa und Giacomo Boni weiterbetrieben.
Das Forum liegt am Fuß des Kapitolshügels, auf dem das Tabularium, das
altrömische Staatsarchiv, aufragte. Heute sind dessen Reste in der Rückseite des
Senatorenpalastes noch zu erkennen. Das Obergeschoss des Gebäudes bildet ein
offener Arkadengang. Eine dieser Öffnungen ist ­ im heutigen Untergeschoss des
Senatorenpalastes ­ wieder hergestellt. Seitlich am Senatorenpalast liegen noch die
sehr alten Quader des Tabulariums offen.
Auf dem Forum befinden sich folgende Bauwerke, wobei hier nur die wichtigsten
erwähnt werden:
der Portikus der Divi consenti
die drei Ecksäulen des Vespasiantempels
das Podium des Concordiatempels
der Bogen des Septimius Severus
die Rostra
Umbilicus Urbis
die Phokassäule
das Lacus Curtius
den Lapis Niger
die Basilika Aemilia
die Basilika Julia
der Saturntempel
der Dioskurentempel
die Quelle der Juturna
die Domus publika
die Regia
der Rundtempel der Vesta
der Tempel des Antonius Pius und der Faustina
der Tempel des Romulus
die Biblioteca Pacis, welche später in eine Kirche umgewandelt wurde, die Basilika
beati Felici. Diese wurde später SS. Cosma e Damiano genannt und 1632 barockisiert
(vom Forum aus nicht zugänglich)
die Maxentiusbasilika
der Doppeltempel der Venus und der Roma sowie
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der Titusbogen
die drei Säulen des Dioskurentempel
Tempel des Antonius Pius und Festina
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sehr alter Olivenbaum
Blick zum Kapitolshügel
Bogen des Septimius Severus
Glockenturm der Kirche Santa
Francesca Romana
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Das Kapitol,
auf dem einst die Zitadelle des antiken Roms aufragte, wurde im 16. Jh. von
Michelangelo neu gestaltet. Zwei Treppen führen von der Nordseite her auf den
Hügel. Am oberen Ende dieser Treppe stehen die Statuen der rosseführenden
Dioskuren. Ihre eiförmigen Kopfbedeckungen weisen darauf hin, dass Castor und
Pollux Söhne des Zeus sind, der sich Leda in Schwanengestalt genähert hat. Ihre
Mutter Leda hat sie nicht geboren, sondern ausgebrütet. Diese Statuen stammen wohl
aus dem antiken Circus Flaminius.
Der Platz, eingesäumt vom Kapitolinischen Museum, dem Konservatorenpalast und
dem Senatorenpalast, hat Michelangelo entworfen. Das Pflaster des Platzes zeigt
einen großen Stern, dessen Mittelpunkt bildet das Reitermonument des Kaisers Marc
Aurel, eine der bedeutendsten Schöpfungen der römischen Bildhauerkunst. Auf dem
Platz steht eine Kopie. Das Original steht nebenan im Kapitolinischen Museum. Wo
das ursprünglich vergoldete Bildwerk stand, ist strittig. Es blieb jedoch nur erhalten,
weil man es für ein Monument des ,,christlichen" Kaisers Konstantin hielt. 1538 ließ es
Papst Paul III. hierher bringen.
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Der Konservatorenpalast wurde 1568 von Giacomo della Porta, der Senatorenpalast
1582-1605 von ihm und Carlo Rainaldi wohl nach Plänen Michelangelos errichtet, das
Kapitolinische Museum erst 50 Jahre später als Pendant zum Konservatorenpalast.
Dieser Palast mit seiner klar gegliederten Fassade atmet jedenfalls den Geist
Michelangelos.
Statuen der roßeführenden Dioskuren Castor und Pollux
Vor dem Marcello-Theater erwartete uns gegen 12.00 Uhr bereits unser Bus und
brachte uns zum nächsten Programmpunkt, dem Besuch des Vatikanischen Museums
und der Sixtinischen Kapelle. Nachdem wir vor dem Petersplatz unsere Kopfhörer
abgegeben hatten, begaben wir uns über die Via di Porta Angelica, die Via le Bastioni
di Michelangelo zur Viale Vaticano, dem Eingang zum Vatikanischen Museum. Ca.
eine halbe Stunde dauerte es, bis wir durch die Sicherheitsschleuse ins Museum
kamen. Angela brachte uns noch ins Restaurant bzw. zeigte uns die Pizzeria, wo wir
bis 14.00 Uhr unsere Mittagspause verbringen konnten.
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Rundgang durch das Vatikanische Museum
Der Vatikan besitzt eine der bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt. Die Museen
nehmen einen großen Teil des Vatikanpalastes ein, der wiederum neben der
Peterskirche der größte Komplex des Vatikanstaates ist.
Schon früh, im Jahr 1475, diente der Palast auch als Bibliothek und Museum. 1756
wurde von Benedikt XIV. das Museo Sacro, 1767 von Clemens XIII. das Museo
Profano gegründet. Ende des 18. Jh. wurde das Museo Pio-Clementino der
Öffentlichkeit zugänglich gemacht, im frühen 19. Jh. das Museo Chiaramonti und der
Braccio Nuovo (1822). Das etruskische und ägyptische Museum folgten 1837 bzw.
1839. 1932 wurde unter Pius XI. die Pinakothek eröffnet, 1960 das Museo Gregoriano
Profano für die ehemals im Lateran befindliche Sammlung griechischer und römischer
Originale und frühchristlicher Kunst, eingerichtet, 1973 folgte das Museo Missionario-
Etnologico, das Missions- und Völkerkunde-Museum.
Im Freigelände zeigte uns Angela anhand von Schautafeln die Bemalung der
Sixtinischen Kapelle, da man in dieser nicht sprechen darf und es deshalb nicht
möglich ist, Erklärungen abzugeben.
Im Freigelände des Vatikanischen Museums
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Die goldene Kugel im Garten des Vatikanischen Museums und im Hintergrund die
Schautafeln für die Sixtinische Kapelle
Das Museum Pio-Clementino
besteht aus zahlreichen, verschieden großen Sälen und enthält die wohl
berühmtesten Antiken:
die Laokoongruppe, 1506 in Rom gefunden, eine römische Marmorkopie des frühen 1.
Jh. n. Chr. nach hellenistischem Bronzeoriginal (um 140 v. Chr.), ein schon im
Altertum hochgeschätztes Bildwerk.
Ferner den Apoll von Belvedere, eine römische Marmorkopie einer griechischen
Bronze, von der Winckelmann als vom ,,höchsten Ideal der Kunst unter den Werken
des Altertums . . . ,, sprach.
Die Knidische Aphrodite, die Darstellung der unbekümmert nackten Göttin, eine Kopie
oder Nachbildung der berühmten Kultstatue des Praxiteles aus dem 4. Jh. v. Chr.
Eine mehr kuriose als künstlerisch wichtige Kolossalbronze eines Herakles mit der
Keule (man beachte den im Verhältnis winzigen Sportlerkopf) vom Ende des 2. Jh. Sie
wurde vom Blitz getroffen und dann rituell begraben.
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Apoll von Belvedere
die Laokoongruppe
die Knidische Aphrodite
Deckengemälde in einem der Säle
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Die Porphyr-Sarkophage der Constantia und Helena, beide mit reichem Reliefdekor
idyllischen bzw. kriegerischen Inhalts.
Der Zeus von Otricoli, der Kopf einer Kolossalstatue des Gottes von großer
Ausdruckskraft, römische Kopie eines griechischen Originals des 4. Jh. v. Chr.
Der Torso von Belvedere, ein stark beschädigtes, aber in seiner Wucht gewaltig
wirkendes Fragment einer Heraklesstatue. Dass Michelangelo diesen Torso
besonders geschätzt hat, ist offensichtlich, wenn man sein Spätwerk betrachtet.
Galleria delle Carte Geografiche:
In diesem Saal befinden sich 40 künstlerisch anspruchsvolle und kartographisch
exakte Landkartenfresken nach Entwürfen des Geographen Ignazio Danti (1580-83),
die Regionen Italiens darstellend, wohl eines der frühesten Beispiele der Nordung von
Karten.
Galleria degli Arazzi:
Hier befinden sich Wandteppiche aus dem 16. und 17. Jh., meist niederländische
Arbeiten nach italienischen Entwürfen; gegenüber den Fenstern: biblische
Darstellungen, zwischen den Fenstern: Szenen aus dem Leben Papst Urbans VIII.
Die Sixtinische Kapelle
1508 beauftragte Julius II., der stets neue Bauvorhaben wünschte, den jungen
Michelangelo mit der Ausmalung der Decke der Sixtinischen Kapelle. Diese enorme
Arbeit wurde im Mai 1508 begonnen und an Allerheiligen des Jahres 1512
abgeschlossen.
Die objektive durch die Größe des Raumes gegebene Schwierigkeit (eine Fläche von
800 qm) und die Blöße der Gewölbe wurde von Michelangelo mittels einer Erfindung
brillant gelöst, die die komplexe künstlerische Genialität des großen Meisters bezeugt.
Er übermalte die tatsächlich vorhandene Architektur mit einer Scheinarchitektur, in die
er die erstaunlich dreidimensional wirkenden, verschiedenen figürlichen Elemente
einarbeitete. Dem Künstler gelang es, Malerei, Bildhauerei und Architektur auf
unvergleichliche Weise miteinander zu verschmelzen, indem er die Krümmung des
Gewölbes dazu nutzte, die eindrucksvollen Figuren dynamisch in die Szenen
einzufügen.
Im Mittelpunkt des komplexen Gebildes stehen neun Felder mit Episoden aus der
Genesis, die vom Hauptaltar bis zur Eingangswand angeordnet sind. Sie zeigen im
einzelnen die Darstellungen der Trennung von Licht und Dunkelheit; die Erschaffung
der Sonne und des Mondes; die Erschaffung der Bäume und Pflanzen und die
Erschaffung des Menschen. Dies ist auch in malerischer Hinsicht die zentrale Szene
des ganzen Zyklus. Der Künstler stellt den sublimen Akt der Erschaffung mit einer
simplen Berührung der Fingerspitzen dar, wodurch der vitale Elan zwischen dem
Erschaffer und Adam gekonnt zum Ausdruck gebracht wird.
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Deckengemälde der Sixtinischen Kapelle
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Nach der Erschaffung Evas folgt die Ursünde. Diese Szene ist durch den Baum in
zwei Teile unterteilt, um den sich die Schlänge mit dem weiblichen Oberkörper windet
und Adam und Eva zum Pflücken der verbotenen Frucht auffordert. Rechts vollzieht
sich in einem Verhältnis von Ursache - Wirkung das Drama der Vertreibung aus dem
irdischen Paradies. Sodann ist das Opfer Noahs bereits außerhalb des irdischen
Paradieses dargestellt. Diese Szene folgt chronologisch eigentlich der
darauffolgenden, die die Sintflut, ein Gemälde mit einer Überfülle von Figuren und
Episoden, darstellt. Schließlich folgt die Trunkenheit Noahs und schließt mit einem
Anflug von bitterem Pessimismus hinsichtlich der Übel der menschlichen Natur den
beeindruckenden Zyklus an der Decke ab. Die Propheten und Sibyllen in den Zwickeln
des Gewölbes sind die größten Figuren des monumentalen Werks, die auf feierlichen
Richterstühlen sitzend dargestellt sind und von Engeln und Putten begleitet werden. In
den Lünetten über den Fenstern und den dreieckigen Pendentifs sind Vorfahren
Christi dargestellt, die vier eckigen Pendentifs hingegen sind mit Episoden aus dem
Alten Testament ausgemalt, eine besonders dramatische Darstellung der Rettung des
Volks von Israel.
Zwischen der Dekoration des Deckengewölbes und der Bemalung der Wand des
Hauptaltars mit dem Jüngsten Gericht liegen 23 Jahre, während derer die christliche
Welt durch die lutherische Reformation geteilt wurde und Rom 1527 die schreckliche
Plünderung erlebte. Dieses Werk Michelangelos ist einzigartig, unübertroffen und
unnachahmbar und zieht den Betrachter in seinen Bann mit der grandiosen Kühnheit
seines Urhebers, der sich hier kräftemäßig völlig verausgabte.
Das Jüngste Gericht, ein Teil der Göttlichen Komödie und malerischer Ausbruch der
,,Dies irae" wurde 1535 im Auftrag Papst Paul III. begonnen und 1541 fertiggestellt.
Dreihundert Gestalten beleben eine aufgrund ihrer Klarheit und Konsequenz im
Bildaufbau erstaunliche Zeichnung, wodurch der Raum eine echte Architektur der
Figuren darstellt. Das großartige Szenario wird von der Figur des unbarmherzigen
Richters Christus beherrscht, dessen rechter Arm zur Verdammnis erhoben ist. Das
,,Weichet, ihr Verfluchten!" ist nicht gesagt, nicht geschrieben und dennoch spürbar.
Die Muttergottes an seiner Seite stellt das aufrechterhaltene Band zwischen Christus
und der Menschheit dar. Andere Personen seines Hofstaats sind die Propheten,
Apostel und Märtyrer. Zur Rechten des Messias die Auserwählten, links die
Verdammten.
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Das Jüngste Gericht von Michelangelo
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In den Jahren von 1980 bis 1994 wurden sehr umfangreiche Restaurierungs-arbeiten
an den Fresken des Gewölbes und dem Jüngsten Gericht vorgenommen, die weltweit
große Beachtung hervorriefen. Bei der sorgfältigen Säuberung wurden sowohl Staub-
und Rußrückstände, die sich im Laufe der Jahrhunderte auf den Gemälden abgelagert
hatten, als auch im 18. Jh. mit Tierleim durchgeführte, ungeschickte
Restaurierungsarbeiten beseitigt, und so konnten die intensiven, teilweise ganz
unerwarteten Farben, die einige Gelehrte zu dem Trugschluss führten, die Zeichnung
könne bei Michelangelos Malkunst den Vorrang über die Farbengebung haben, in
ihrer ganzen Schönheit von neuem erstrahlen.
Eine so drastische Wiederherstellung des Anfangszustands hat eine angeregte
Diskussion zwischen denjenigen entfacht, nach deren Dafürhalten jede
Restaurierungsarbeit die ,,vierte Dimension", also die Zeit berücksichtigen müsse,
wobei die Patina bewusst zu erhalten sei, und denen, die die Forderung als vorrangig
betrachten, das Kunstwerk sei möglichst in seiner ursprünglichen Form philologisch zu
rekonstruieren.
Nach dem Besuch der Sixtinischen Kapelle führte uns der Weg noch in die Krypta,
auch Grotten genannt. Dort befinden sich die Begräbnisplätze der Päpste. Vor der
Grabnische von Papst Johannes Paul II. fanden sich viele Besuche zu einem
stummen Gebet ein.
In der Krypta befindet sich auch die Confessio mit dem Petrusgrab. Von einem
Seitengang aus ist ein Blick hinein möglich.
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Anschließend machten wir uns auf den Rückweg zum Hotel. Kaum dort angekommen,
gab es ein sehr starkes Gewitter. Bis zum Abendessen hatte es jedoch fast wieder
aufgehört zu regnen, so dass wir pünktlich um 19.30 Uhr ins Restaurant gehen
konnten, ohne nass zu werden.
Mittwoch, 31. Oktober 2007
Ab 7.00 Uhr gab es Frühstück, so dass wir pünktlich um 8.30 Uhr auf dem Petersplatz
sein konnten, um Einlass zur Papstaudienz zu bekommen. Unsere Reiseleiterin Petra
hatte uns am Tag zuvor bereits die Audienzkarten besorgt und ausgehändigt. Angela
hatte uns am Tag vorher gezeigt, wo man am besten ohne große Wartezeit
hineinkommen kann. Der Tipp war super und ohne anstehen zu müssen, konnten wir
uns einen guten Platz aussuchen. Leider war es jedoch regnerisch und der
Regenschirm musste immer wieder einmal aufgespannt werden.
Kurz nach 11.30 Uhr erschien Papst Benedikt XVI. auf seinem Papamobil, geschützt
mit einem großen weißen Regenschirm vor den Tropfen und fuhr auf den
vorgesehenen Wegen durch die Pilgerscharen. Über 20.000 Karten waren hierfür
ausgegeben worden.
Papst Benedikt XVI. bei der Audienz auf dem Petersplatz am 31. Oktober 2007
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Alle Pilger- und Reisegruppen wurden namentlich begrüßt. Es waren auch
Blaskapellen und Gesangsgruppen anwesend, die zu Ehren des Papstes ein Stück
oder ein Lied vortrugen.
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Nach der Papst-Audienz gingen wir zurück ins Hotel, ruhten uns etwas aus und waren
pünktlich um 14.00 Uhr vor dem Hotel versammelt, um zu den Domitilla-Katakomben
zu fahren.
Domitilla-Katakombe,
die größte Katakombe Roms. Sie erstreckt sich über ein Netz von gut 15 Kilometer
langen unterirdischen Gängen, von denen einige unzugänglich sind. Die Gänge
wurden zwei Stockwerke tief gegraben, die übereinanderliegen. Es gibt auch noch ein
drittes Stockwerk in zwei eingeschränkten Zonen.
Durch die römischen Katakomben verfügen wir heute über eines der
unverfälschtesten und umfassendsten Zeugnisse, die Einblick in die
Christengemeinde der Kaiserstadt und den Katholizismus zwischen dem 3. und 9. Jh.
n. Chr. geben. Bis zum 3. Jh. verfügten die Christen über keine eigenen Friedhöfe, die
sich von denen der Heiden unterschieden hätten. Sie wurden vielmehr in
gemeinsamen Nekropolen vor der Stadt, entlang den Hauptzugangsstraßen nach
Rom beigesetzt (wie der Apostel Petrus am Vatikanhügel und der Apostel Paulus an
der Straße nach Ostia).
Zum Ende des 3. Jh. gab es überirdisch immer weniger Platz für neue Gräber.
Deshalb begann man kleine unterirdische Räume, manchmal mit kurzen Gängen
auszugraben und die Verstorbenen dort beizusetzen. Auch war es so möglich die
Ärmsten in großer Zahl aufzunehmen, sowohl in Privatgruften, wie in direkt von der
Kirche verwalteten Friedhöfen, die von Privatleuten gestiftet worden waren. Wie aus
verschiedenen Inschriften hervorgeht, gehörte das Gelände ursprünglich Flavia
Domitilla. Eine dieser Inschriften mit ihrem Namen ist auf der rechten Wand der
Basilika zwischen zwei Sarkophagen eingemauert. Diese Frau war von adliger
Herkunft, ihr Großvater war Vespasian und Domitian ihr Onkel; ihr Ehemann
bekleidete zusammen mit Domitian im Jahr 95 das Amt des Konsuls, doch wurde er
im gleichen Jahr auf Befehl des Kaisers zum Tode verurteilt und Domitilla auf die Insel
Ventotene verbannt. Ihnen wurde vorgeworfen, ,,Atheisten" zu sein, vermutlich weil
beide Christen waren. Ihre Enkelin, die ebenfalls Flavia Domitilla hieß, wurde aus dem
gleichen Grund auf die Insel Ponza verbannt. Im 4. Jh. entwickelte sich ihr Gefängnis
zum Ziel vieler Wallfahrten.
Hauptgrund für das Entstehen der großen Katakomben, einschließlich jener von
Domitilla, war die Beisetzung der Märtyrer. Diese waren Opfer vor allem der
Verfolgung der Kaiser Dezius und Valerian in den Jahren 250 und 257 sowie jener von
Diokletian im Jahr 303. Zuerst wurden die Märtyrer wie normale Tote in einfachen
Gräbern beigesetzt; doch nach dem sogenannten ,,Religionsfrieden" von 313 und der
offiziellen Anerkennung des Christentums durch Kaiser Konstantin, begann man ihre
Gräber zu verehren. Außerdem wollten immer mehr Leute im
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gleichen Friedhof wie die Märtyrer beigesetzt werden, oder besser noch, so nah wie
möglich bei ihren Gräbern.
Die Domitilla-Katakombe wurde 1593 vom ersten neuzeitlichen Erforscher der
Christenfriedhöfe, Antonio Bosio, entdeckt, er riskierte es, sich im Labyrinth der Gänge
zu verlaufen und beschrieb seine Angst, dort zu sterben und diese heiligen Stätten mit
seinem ,,unwürdigen" Leichnam zu entehren. Bosio glaubte, sich in einem Abschnitt
der großen Kallixtus Katakombe zu befinden; erst im 19. Jh. erkannte Giovanni
Battista de Rossi, der Begründer der christlichen Archäologie, dass es sich um die
Domitilla-Katakombe handelte und um das Heiligtum der Märtyrer Nereus und
Achilleus. Seither haben viele Ausgrabungen zahlreiche neue Stollen ans Tageslicht
gefördert.
Die Basilika der Märtyrer Nereus und Achilleus wurde gegen Ende des 4. Jh. über den
Gräbern der beiden Märtyrer erbaut. Papst Damasus (366-384) gedachte ihrer mit
einer langen metrischen Grabinschrift, deren Rekonstruktion auf der rechten
Wandseite am Fuße der Eingangstreppe zu sehen ist. Damasus erinnert daran, dass
die beiden Märtyrer Soldaten der kaiserlichen Garde waren, die umgebracht wurden,
weil sie sich zu ihrem Glauben bekannten. Wahrscheinlich waren sie die ersten Opfer
der unter Kaiser Diokletian im Jahr 303 einsetzenden Christenverfolgung
In den Domitilla-Katakomben
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Die Verehrung der Märtyrer in der Basilika dauerte bis in die Mitte des 9. Jh., als die
Reliquien in die Stadt umgelagert wurden. Dabei hatte man bereits Ende des 5. Jh.
damit aufgehört, in der Katakombe Tote beizusetzen. Man glaubt, dass die Kirche
infolge des Erdbebens, das Rom 897 erschütterte, eingestürzt sei.
Die Stollen und Gräber wurden in Tuffstein gehauen. Dies ist ein sehr weiches
Vulkangestein, auf dem die ganze Stadt Rom gebaut ist. Die ältesten Gräber befinden
sich ganz oben: sobald der verfügbare Raum erschöpft war, legten die Totengräber
die Fußböden tiefer, um weitere Gräber zu schaffen, oder sie erweiterten die bereits
vorhandenen Stollen und stellten so übereinander-liegende Stockwerke mit Treppen
her. Entlang der Wände liegen die gebräuchlichsten Gräber: Rechteckige
Grabnischen, sogenannte ,,loculi", die längsseits angeordnet waren, wurden
normalerweise für eine einzige Person genutzt. Manchmal lagen aber auch mehrere
Verstorbene darin. Es gab auch kleinere Grabnischen für die Beisetzung von Kindern;
davon gibt es eine ganze Menge, weil in der Antike die Kindersterblichkeit sehr hoch
war. Das Arkosol ist ein Grab für eine oder mehrere Personen, das in Tuffstein
gehauen und von einem Bogen überspannt wird. Der Verstorbene wurde gewöhnlich
in ein Leintuch gehüllt und in das Grab gelegt. Je nach Geschmack und finanziellen
Möglichkeiten der Verwandten, wurde dieses dann mit Ziegeln oder Marmorplatten
versiegelt, die entlang der Ränder mit Gips befestigt wurden. Auf dem Gips oder dem
Verschluss wurden oft der Name des Verstorbenen, sein Alter, der Todestag und oft
auch
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ein Symbol eingemeißelt. Die meisten Gräber blieben jedoch anonym, vor allem die
der Armen.
An der Wand der Basilika und entlang der Katakombengänge sind viele Symbole zu
sehen. Diese hatten alle eine bestimmte Bedeutung: Jene, die auf den Stollenwänden,
auf den Verschlussplatten der Grabkammern oder dem Gips eingemeißelt waren,
bezogen sich auf den Glauben des Verstorbenen.
Hier einige Beispiele:
·
Der gute Hirte: Ein Mann in Hirtenkleidung, der ein Schaf auf der Schulter trägt,
versinnbildlicht Christus, den Erlöser und die von ihm gerettete Seele.
·
Fische: Die Buchstaben des griechischen Wortes (ichtüs) wurden von der
ersten Christengemeinde als die Initialen des griechischen Satzes ,,Jesus
Christus, Sohn Gottes, der Erlöser" gelesen.
·
Taube mit Ölzweig ( im Schnabel oder zwischen den Krallen): Symbol des
Friedens und der erretteten Seele, die im göttlichen Frieden ruht.
·
Anker: Wird als verstecktes Symbol des Kreuzes gelesen. Er symbolisiert
besonders die Erlösung des Christen in Gott und die Ankunft seiner Seele im
Hafen des ewigen Lebens.
Die Katakomben waren also nur Beisetzungs- und Grabstätten und nicht wie in alten
amerikanischen Filmen gezeigt, Zufluchtsorte der Christen vor den Verfolgungen.
Nach der Besichtigung der Domitilla-Katakomben ging unsere Fahrt wieder zurück in
Richtung Hotel Casa Tra Noi, jedoch legten wir noch einen kurzen Stopp bei der
Kirche San Paolo fuori le Mura ein, eine von drei Kirchen des Vatikanstaates, die auf
exterritorialem Gebiet liegt.
San Paolo fuori le Mura
Es ist kaum anzuzweifeln, dass der Apostel Paulus während der Neronischen
Christenverfolgung im Jahr 67 enthauptet und an der Straße nach Ostia beigesetzt
wurde. Der Ort wurde fortan geehrt, Kaiser Konstantin ließ eine Gedächtniskapelle
errichten, 386 stifteten die Kaiser Valentinianus, Theodosius und Arcadius eine
Basilika, San Paolo fuori le Mura. Sie war bis zum Neubau der Peterskirche nicht nur
die größte, sondern auch die schönste Kirche Roms, reich mit Mosaiken und
Malereien geschmückt. Unter Benedikt XIII. wurde durch Alessandro Galilei ein
klassizistischer Portikus vorgesetzt. In der Nacht des 15. Juli 1823 brannte die Kirche
ab.
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Basilika San Paolo fuori le Mura
Die Basilika, eine der sieben Hauptkirchen und eine der fünf Basilicae maiores, wurde
hauptsächlich von Luigi Poletti ­ im historisierenden Stil des 19. Jh. auf den
Grundmauern des fünfschiffigen Vorgängerbaus errichtet und 1840 geweiht. Der
gewaltige Quadriportikus, eine vierflügelige offene Säulenhalle, entstand 1892-1928.
Von der Innenausstattung, namentlich den Bildwerken, blieb fast nichts erhalten.
Einige Mosaiken am Triumphbogen und in der Apsis überstanden das Feuer. So
werden in der Sakristei und im Museum ein gewaltiger Petruskopf, ein
Madonnenmosaik und die 42 ältesten Papstmedaillons (von Petrus bis Innozenz I.
401-417) gezeigt. In der Kirche selbst ist von der alten Ausstattung ein schönes
Ziborium von 1285 erhalten, ein Meisterwerk der italienischen Hochgotik, ferner ein
großer Osterleuchter mit romanischen Reliefs.
Vom Brand verschont blieb auch der großartige Kreuzgang mit dem prächtigen
Aufgebot cosmatisch geschmückter Doppelsäulen, jede anders geformt.
Seit dem 5. Jh. war es Usus, Porträts der Päpste in Medaillons oberhalb der Säulen
anzubringen. Mit der Zeit wurde der Platz knapp und es bildete sich die Legende, dass
das Weltende komme, wenn kein Papstporträt mehr angebracht werden könne. Als
auf dem umlaufenden Fries schließlich nur noch drei oder vier Plätze frei waren,
schaffte man Raum für weitere zwei Dutzend Medaillons unterhalb des Frieses, so
dass die Welt vorläufig gerettet ist.
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Heilige Pforte der Basilika
Decke der Basilika
Das Papst-Medaillon von Benedikt XVI.
Innenraum der Basilika
Einer der schönsten römischen Kreuzgänge
Es gibt Meldungen, wonach das Grab des Apostels Paulus nach beinahe 500 Jahren
wieder für alle Menschen zu besichtigen ist. Der 1600 Jahre alte
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steinerne Sarkophag befindet sich etwa einen halben Meter unter dem Hauptaltar, von
allen Seiten eingebacken vom Füllmaterial des Altarsockels, der über dem Sarg
gebaut wurde, in der Mittelachse der Basilika in der gleichen Position, wo er im Jahr
390 auf den Fußboden aufgestellt worden sei. Eine antike Marmor-Abdeckung mit der
Inschrift "Paulo Apostolo Mart" (dem Apostel und Märtyrer Paulus) ist vorhanden. Der
Vatikan berät, ob eine Öffnung und Untersuchung des Grabes durchgeführt werden
soll. Das Grab sei "noch nie geöffnet worden" und könne so zu neuen Erkenntnissen
führen. Derzeit können die Gläubigen und Besucher der Basilika nur durch ein kleines
Fenster in das Grab blicken.
Auf der Rückfahrt zum Hotel kamen wir noch an der Pyramide des Caius Cestius
vorbei und unsere Reiseleiterin Petra erklärte uns dazu:
Die Pyramide wurde 12 v. Chr. in nur 330 Tagen errichtet. Caius Cestius, ein reicher,
aber unbedeutender Praetor und Volkstribun, lebte im 1. Jh. v. Chr. Weil damals die
Skandale um Kleopatra eine Vorliebe für alles Ägyptische ausgelöst hatten, beschloss
Caius, sich als Grabmal eine Pyramide bauen zu lassen. In der Nähe der Porta San
Paolo steht die aus Ziegeln gebaute und mit weißem Marmor verkleidete Pyramide.
Rechtzeitig zum Abendessen waren wir dann wieder im Hotel. Auf der Rückfahrt
hatten Petra und unser Busfahrer Rudi noch eine Überraschung für uns parat. Sie
wollten nach dem Abendessen um 21.00 Uhr noch eine Fahrt mit dem Bus durch das
nächtliche Rom machen. Der Vorschlag kam allgemein gut an und bis auf 2 Personen
waren alle um 21.00 Uhr am Bus.
Das Kolosseum bei Nacht
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Rom bei Nacht
Nach einer guten Stunde Fahrt mit dem Bus kehrten wir mit faszinierenden
Eindrücken von der Ewigen Stadt Roms bei Nacht ins Hotel zurück.
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Donnerstag, 01. November 2007
Heute gab es wieder ab 7.30 Uhr Frühstück und um 8.30 Uhr erwartete uns Angela.
Heute stand das mittelalterliche Rom und die Peterskirche auf dem Programm. Mit
dem Bus wurden wir auf den Petersplatz gefahren, wo uns schon der Fotograf
erwartete und ein Gruppenfoto von uns aufnahm. Anschließend wurden wir wieder mit
Kopfhörern versehen und stellten uns bei den Kolonnaden an. Da wir schon sehr früh
da waren, ging dies ohne Wartezeit vonstatten und wir konnten die Kontrollposten
passieren.
In der Peterskirche angekommen, wollte uns Angela im Innern der Kirche Ihre
Erklärungen abgeben. Dies war jedoch wegen des Feiertages ,,Allerheiligen" nicht
gestattet und so begaben wir uns wieder vor die Kirche, um anschließend dann alleine
hinein zu gehen und alles in Ruhe anschauen zu können.
Zur Geschichte des Vatikanstaates:
In der Antike, insbesondere seit dem 4. Jh. v. Chr. dehnte sich die römische
Besiedlung bis zum Ager Vaticanus aus. Es entstanden viele Ziegeleien, aber auch
Villen und Gärten. Die Straßen waren, wie überall außerhalb der Stadt von Gräbern
gesäumt. Kaiser Gaius (Caligula, 37-41) ließ dort, wo seine Mutter Agrippina eine Villa
hatte, einen Circus errichten. Dieser später nach Nero benannte Circus war im
Gegensatz zum Colosseum die Stätte blutiger Volksbelustigungen, bei denen in der
Tat Christen den wilden Tieren vorgeworfen wurden. Auch dass unter Nero (54-68)
Christen, Juden und andere Missliebige mit Pech beschmiert als lebende Fackeln
dienten, ist schriftlich überliefert. Wenn Petrus je wirklich nach Rom gekommen ist und
wenn er tatsächlich das Martyrium erlitten hat, so ist es nicht ausgeschlossen, dass es
hier im Neronischen Circus geschah. Eine sehr alte Überlieferung, die sicher schon
vor der Zeit Konstantins einsetzt, will es so, doch es gibt keine eindeutigen
archäologischen Belege dafür. Immerhin fand man in den Vatikanischen Nekropolen
zwei Inschriften mit dem Namen Petrus, die sich auf den Apostel beziehen könnten.
Nach der Emanzipation der christlichen Religion unter Kaiser Konstantin wurde dort,
wo schon um 200 eine Gedenkstätte für die Märtyrer des Neronischen Circus
gestanden hatte, um 320 die erste Peterskirche errichtet. Papst Silvester I. (314-335)
weihte sie am 18. November 326. Die Kirche wurde nicht im Talgrund sind am
Steilhang des Hügels über dem Petersgrab errichtet.
Sowenig die Peterskirche die eigentliche Papstkirche war, sowenig war der Vatikan
Papstresidenz. Die Peterskirche war vor allem die Krönungskirche der römisch-
fränkischen und römisch-deutschen Kaiser.
Nach dem Zerfall des weströmischen Reiches und dem Zusammenbruch der
byzantinischen Herrschaft im Westen bemächtigten sich nach und nach die Päpste
auch der weltlichen Herrschaft über Mittelitalien, gestützt auf die Konstantinische
Schenkung, eine freche Fälschung, die aber sowohl Pippin der Kurze als auch Karl
der Große anerkannten. So entwickelte sich das Patrimonium Petri, auch Kirchenstaat
genannt, der sich zuletzt quer durch ganz Italien und nördlich bis fast nach Venedig
erstreckte. Die Hauptstadt war Rom, der Sitz des Papstes zunächst der Lateranpalast.
Nachdem die Päpste 1377 aus Avignon zurück gekehrt waren, verlegte Gregor XI.
Beaufort (1370-78) die Residenz in den sicheren Vatikanpalast. Dabei blieb es, bis
Clemens VIII. 1592 die Residenz in den Quirinalpalast verlegte.
Die nationale Einigung Italiens machte auch vor dem Kirchenstaat nicht Halt. Im Lauf
weniger Jahre schrumpfte die weltliche Herrschaft des Papstes auf die römischen
Besitzungen zusammen. Am 20. September 1870 machte der Einmarsch der Savoyer
in Rom dem Patrimonium temporale ein Ende. Papst Pius IX. zog sich in den
Vatikanpalast zurück.
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Die neue königliche Regierung bot dem Papst die ganze Leostadt nebst einer großen
Geldsumme und der Friedenshand. Der Papst lehnte ab. Die Römische Frage
schwebte seitdem unangenehm über der italienischen Politik.
Pius IX., Leo XIII. und Pius X. blieben unversöhnlich. Erst Benedikt XV. signalisierte
Verständigungsbereitschaft, worauf unter Pius XI. am 11. Februar 1929 die
Lateranverträge geschlossen wurden. Damit entstand der kleinste Staat der Welt,
Stato della Città del Vaticano, dessen absoluter Monarch der Papst ist. Der Staat
umfasst 0,44 qkm und besteht aus der Peterskirche, dem Petersplatz, den
Vatikanischen Gärten und Museen und ist fast gänzlich von einer großen Mauer
umgeben. Exterritoriale Gebiete des Vatikanstaats in Rom sind die Basiliken S.
Giovanni in Laterano, S. Maria Maggiore und S. Paolo fuori le Mura, der
Lateranpalast, die Cancelleria und andere Verwaltungsgebäude, darunter das gleich
neben den Kolonnaden liegende Sant' Uffizio, außerdem die päpstliche
Sommerresidenz in Castelgandolfo, die vatikanische Sendeanlage in S. Maria di
Galleria sowie Kirchen in Assisi und Pompeji.
Der Papst ist Souverän, der Staat
Vatikanstadt vollständiges Völker-
rechtssubjekt mit allen Rechten. Er
gibt eigenes Geld (nur Münzen) und
eigene Briefmarken heraus, hat
eigene Gerichte und ein eigenes ,,Heer",
die Schweizergarde.
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Der Vatikan hat auch eigene Autokennzeichen. Dienstfahrzeuge tragen die Targa
SCV, vatikanische Privatfahrzeuge haben das Kennzeichen CV. Amtssprache ist
neben dem italienischen Latein.
Der Vatikanstaat zählte im Jahr 2003 805 Einwohner, davon waren 552 Staatsbürger.
Steuern erhebt der Vatikan von seinen Bürgern nicht. Mit der Verleihung der
Staatsbürgerschaft geht er jedoch äußerst sparsam u. Er ist der einzige Staat der
Welt, dessen Bevölkerung sich nicht durch natürliche Vermehrung, sondern durch
Zuwahl fortpflanzt.
Wöchentlich finden, in der Regel immer am Mittwoch um 11.00 Uhr,
Generalaudienzen statt, entweder in der von Pier Luigi Nervi 1964-71 erbauten
Audienzhalle, der Sala Paolo VI., auf dem Petersplatz oder in den Sommermonaten
vor dem Papstpalast in Castelgandolfo.
Obelisk und Kolonnaden der Piazza S. Pietro
Petersplatz
Die majestätischen, von Bernini konzipierten Kolonnaden (1656-67) der Piazza S.
Pietro bestehen aus einer vierfachen Reihe von Säulen, die ein mit 140
Heiligenstatuen und Wappenkartuschen Alexanders VII. geschmücktes Dach tragen.
Von gewissen, im Pflaster mit Centro del Colonnato bezeichneten Punkten aus
verschwinden die hinteren Säulen optisch hinter der vorderen Reihe.
Der Obelisk (der einzige in Rom ohne Hieroglyphen) stand einst im Neronischen
Circus. Seine Aufstellung auf dem Petersplatz im Jahr 1586 war zu der Zeit eine
technische Meisterleistung. Steine im Pflaster zeigen an, an welchem Tag des Jahres
zu Mittag der Schatten der Obeliskenspitze hierher zeigt.
Der rechte (nördliche) Brunnen der Piazza stammt von Carlo Maderno, er ist ein
Meisterwerk der Wasserarchitektur von wahrhaft edler Einfalt und stiller Größe. Der
linke Brunnen wurde im 18. Jh. als Pendant hinzugefügt.
Der scheinbar rechteckige, in Wirklichkeit trapezförmige Platz direkt an der Kirche, die
Piazza Reta, ist auf eine günstige perspektivische Wirkung angelegt, denn die sie
flankierenden Kolonnaden verlaufen schräg nach außen und weiten den Platz
trichterförmig auf die Fassade der Peterskirche hin, wodurch diese trotz ihrer Wucht
etwas Schwebendes erhält.
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Peterskirche ­ San Pietro in Vaticano ­ die größte Kirche der Christenheit
Die Baugeschichte von St. Peter ist sehr kompliziert. Die erste frühchristliche Kirche,
eine fünfschiffige Basilika, etwa in der Art, wie sich heute noch S. Paolo fuori le Mura
zeigt, wurde nach der Rückkehr der Päpste aus Avignon 1377 zwar nicht de jure, aber
de facto päpstliche Hauptkirche. Zu der Zeit war sie allerdings bereits baufällig. Doch
erst Papst Nikolaus V. (1447-55) beauftragte Bernardo Rossellino einen Neubau zu
errichten. Rossellino ließ den Chor abreißen, die Arbeiten blieben aber bereits 1455
liegen und konnten erst 1470-73 weitergeführt werden.
Als dann Papst Julius II. 1506 Bramante mit der Bauleitung beauftragte, machte das
Projekt wirkliche Fortschritte. Bramante entwarf einen Grundriss in Form eines
griechischen Kreuzes mit vier kleineren, griechischen Kreuzen in den Ecken, sicher
der schönste aller Baupläne für St. Peter. Bramante, der schon 1514 starb (ein Jahr
nach seinem päpstlichen Gönner), konnte nur die vier Kuppelpfeiler und deren
Verbindungsbögen fertig stellen. Julius' Nachfolger Leo X. beauftragte 1514 Raffael
mit der Fortführung des Baus. Dieser legte einen neuen, eher langweiligen Plan vor,
der zum Glück nicht zur Ausführung kam. Baldassare Peruzzi und Giuliano da
Sangallo (der schon vor 1503 am Chor weitergebaut hatte) änderten die Entwürfe
erneut ab. Antonio da Sangallo d. J. wollte die Pfeiler in Raffaels Konzept
einbeziehen.
1547 übertrug Papst Paul III. die Bauleitung dem greisen Michelangelo, der auf den
Entwurf Bramantes zurückgriff und ihn in genialer Weise umformte. Die Kirche sollte
auf dem Grundriss eines griechischen Kreuzes errichtet werden (also mit vier gleich
langen Kreuzarmen) und über eine Vorhalle mit frei stehenden Säulen und eine
parabolische Kuppel verfügen. Als Michelangelo 1564 starb, war der Bau noch längst
nicht vollendet. Erst der Tambour der Kuppel über den Pfeilern stand. Dann
übernahmen nacheinander Giacomo Vignola und Pirro Ligorio den Bau, 1572 folgte
Giacomo della Porta und 1585 Domenico Fontana. Sie vollendeten 1588/89 das
Gebäude und insbesondere die Kuppel im Sinne Michelangelos.
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Der Kurie erschien die Kirche zu klein. So wurde 1607 Carlo Maderno von Papst Paul
V. beauftragt, das griechische Kreuz Michelangelos um drei Joche zu verlängern, was
der Kirche im hinteren Teil leider etwas vom Charakter einer riesigen Bahnhofshalle
gibt und außen die Wirkung der Kuppel beeinträchtigt, da man diese trotz ihrer Größe
­ entgegen den Plänen Michelangelos ­ nicht sehen kann, wenn man direkt vor der
Front steht.
Die Fassade wurde ab 1614 nach Entwürfen Carlo Madernos ausgeführt. Er hat es
verstanden, die unproportioniert breite Fläche durch die horizontale Gliederung in drei
Stockwerke (wobei das oberste eine Art Attika bildet) und durch die starken vertikalen
Akzente von Säulen und Pfeilern aufzulockern. Hinzu kommen die kunstvoll
inszenierten Licht-Schatten-Effekte. Die Mitte ist als Tempelfront mit Dreiecksgiebel
vorgeblendet. Im ersten Stock befindet sich die Loggia, von der aus der neu gewählte
Papst präsentiert und jedes Jahr zu Ostern und Weihnachten der Segen >Urbi et
Orbi< erteilt wird.
Die Weihe der Peterskirche fand am 18. November 1626 durch Papst Urban VIII. statt
­ am 1300. Jahrestag der Weihe der ersten Basilika. 1629 wurden von Bernini zwei
seitliche Glockentürme aufgesetzt, von denen aber einer einstürzte, weil Bernini (der
ein bedeutenderer Bildhauer als Architekt war) die Statik falsch berechnet hatte. 1776-
84 wurde die Sakristei ­ größer als manche große Kirche ­ angebaut. Die beiden
etwas fremdartig wirkenden Uhren fügte Giuseppe Valadier Anfang des 19. Jh. der
Fassade hinzu.
Die Kuppel in unnachahmlich edler, leicht elliptischer Form, die höchste und größte
Kuppel Roms, eines der Wahrzeichen der Stadt ist das architektonische Meisterwerk
Michelangelos, obwohl er den Bau nicht selber vollenden konnte. Er hinterließ außer
den Plänen ein interessantes Holzmodell, das in den Vatikanischen Museen zu
besichtigen ist.
Sehenswertes von der Peterskirche:
Fünf Portale führen vom Portikus
in die Basilika, die äußerste rechts,
die Porta Santa, ist nur während
des heiligen Jahres geöffnet.
Die mittlere, die Porta Mediana,
weist Reliefs der Frührenaissance
(um 1400) vom Florentiner Antonio
Filarete auf. Eine Kuriosität findet
sich innen am Türflügel ganz unten
(man braucht eine Taschenlampe):
Filarete hat sich und seine Helfer,
dazu einen Esel und ein Kamel als
Bildsignatur eingefügt.
Die äußerste linke Tür, die Porta
della Morte, stammt von Giacomo
Manzù (1964)
Die heilige Tür in der Basilika St. Peter
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Der Innenraum
ist dreischiffig mit Querhaus und Chorapsis. Die größte Kirche der Christenheit
beeindruckt auch durch ihre reiche Ausstattung, die meisten bemerkenswerten
Bildwerke sind Grabdenkmäler.
Porphyrplatte Karls des Großen: Die Platte lag in der alten Peterskirche vor dem Altar,
auf ihr wurde Karl der Große am 25. Dezember 800 von Papst Leo III. zum römischen
Kaiser gekrönt.
Stuart-Monument von Antonio Canova
Grabmal Papst Innozenz' VIII. von Antonio Pollaiuolo (1498)
Grabmal Papst Innozenz' XI. von Carlo Maratta (1697-1704)
Grabmal Papst Leos XI. von Alessandro Algardi (1642-44)
Grabmal Papst Pius' VII. von Bertel Thorvaldsen
Grabmal Papst Alexanders VII., Spätwerk Berninis (1672-78)
Grabmal Papst Alexanders VIII., an dem verschiedene Bildhauer gearbeitet haben
(1706-15), die Papststatue schuf Giuseppe Bertosi
Grabmal Papst Pauls III. bedeutendes Werk Guglielmo della Portas (1551-75)
Cathedra Petri, eine Stein gewordene Sacra Rappresentazione von Bernini (1656/65)
Grabmal Papst Urbans VIII., von Bernini (1642/47)
Grabmal Papst Clemens XIII., ein berühmtes Werk Antonio Canovas (1788-92)
Grabmal Papst Benedikts XIV. vom Bildhauer der Fontana di Trevi, Pietro Bracci
(1759)
Grabmal Papst Gregors XIII., das reizvolle Relief auf dem Sarkophag (von Bernardino
Cametti und Carlo Francesco Melloni) erzählt von der Kalenderreform, die dieser
Papst 1582 verfügte.
Sakramentskapelle mit einem Ziborium aus vergoldeter Bronze von der Hand Berninis
(1674)
Grabmal der Gräfin Mathilde von Tuszien (1046-11159
Medaillon zum Gedenken an Königin Christina, der in Rom verstorbenen, zum
Katholizismus konvertierten Tochter Gustavs II. Adolf von Schweden.
Michelangelos Pietà; mit dem un- unglaub
glaublich subtilen, ausdrucksvollen
und lebendigen Werk begründete
der junge Buonarroti 1499/1500 in Rom
Rom seinen Ruhm als Bildhauer; die
Gruppe wurde im Auftrag des fran-
zösischen Kardinals Jean de Bilhères
geschaffen. Der noch unbekannte
Meister signierte die Statue, was
damals nicht üblich war, mit vollem
Namen auf dem Brustband der
Madon
Madonna; das Erstaunliche an diesem
Werk voller Jugendfrische ist, dass
die unglaubliche bildhauerische Virtu-
osität dem klassischem Ernst des
künstlerischen Gedankens keinen Ab-
bruch tut.
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Papstaltar und Baldachin
von Bernini. Unter der Kuppel
steht der Hochaltar, über ihm der
grandiose Baldachin, dessen ge-
drehte Säulen und Dach mit den
Engeln und dem floralen Schmuck
aus den Bronzeplatten des
Pantheon gegossen wurden.
Unter den Mitarbeitern Berninis
bei diesem Projekt (1624-33)
befand sich der junge Borromini.
Bernini, dessen Stärke die Statik
nicht war, hatte die Ausmaße
falsch berechnet, worauf der
junge Borromini hinwies; danach
musste Bernini den Aufsatz
ändern. Offenbar hat er
Borromini nie verziehen, dass
dieser Recht hatte, denn er
war später nicht gut auf ihn
zu sprechen. Vor dem Hochaltar
befindet sich die Confessio
mit dem Grab des hl. Petrus,
von 99 ewigen Lichtern umgeben.
Das früher dort aufgestellte,
letzte Werk Canovas, der
kniende Pius VI., steht jetzt
hinter dem Grab.
Die vier Hauptpfeiler in der Vierung sind nach vier Heiligen benannt, die mit Kreuz und
Kreuzigung in Verbindung gebracht werden und deren Figuren hier stehen:
Statue des Hl. Andreas mit dem Andreaskreuz von Francois Duquesnoy (1640)
Statue der Hl. Veronika mit dem Schweißtuch von Francesco Mochi (1646)
Statue der Hl. Helena, die Kaiserin und legendäre Kreuzauffinderin von Andrea Bolgi
(1639)
Statue des Hl. Longinus mit der Lanze, ein bedeutendes Werk Berninis (1639)
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Seitlich am Longinus-Pfeiler befin-
det sich das populärste Denkmal
der Kirche, eine Bronzestatue des
hl. Petrus. Sie stammt vermutlich
von Arnolfo di Cambio (13. Jh.).
Der rechte Fuß ist vollkommen
platt- und glattgeschliffen durch
die Küsse, insbesondere von
Frauen, die allerlei Segen von dem
Heiligen erflehen.
Schatzkammer ( Museo del Tesoro di San Pietro)
Hinter dem Andreas-Pfeiler liegt der Eingang zur Sakristei der Peterskirche, in der die
Schatzkammer untergebracht ist. Aus zeitlichen Gründen konnten wir diese leider
nicht besuchen.
Im Gang befand sich jedoch eine Tafel mit dem Namen aller Päpste und der
Jahreszahl ihrer Regentschaft.
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Für 10.30 Uhr hatte unsere Reiseleiterin Petra die Abholung mit unserem Busfahrer
vereinbart. Pünktlich trafen alle am vereinbarten Treffpunkt ein und die nächsten
Sehenswürdigkeiten konnten in Angriff genommen werden.
Vorbei an der Engelsburg und dem Justizpalast ließ uns Rudi in der Nähe der Villa
Medici aussteigen. Zu Fuß ging es dann über die Spanische Treppe, zum Trevi-
Brunnen, weiter zum Pantheon (das wir leider nicht besichtigen konnten, weil eine
Messe stattfand) und zur Piazza Navona.
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Spanische Treppe
Ein Wahrzeichen Roms ist die Spanische Treppe, selbst für den der den Anblick
hundert Mal genossen hat: die Scalinate della Trinità dei Monti, dem Brunnen, dem
Obelisk und der zweitürmigen Kirche. Die Scalinate ist eine der prächtigsten
Treppenanlagen des Spätbarock und wurde in den Jahren 1723-26 von Francesco de
Sanctis erbaut, um einen feierlichen Aufstieg zur Kirche S. Trinità dei Monti zu
schaffen, die an die fran-
zösische Villa Medici grenzt,
die zweite Nationalkirche
der Franzosen in Rom. Die
Treppe ist auf Kosten eines
Legates des damaligen fran-
zösischen Botschafters in Rom,
Gueffier, erbaut worden, sie
müsste also eigentlich
,,Französische Treppe" heißen.
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Die spanische Treppe in voller Blütenpracht im Frühling,
wie wir sie, jahreszeitlich bedingt, leider nicht erleben konnten.
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Fontana di Trevi
ist der berühmteste Brunnen Roms. Er ist nicht nur eine Sehenswürdigkeit. Er gilt ­
seit dem Film >Three Coins in the Fountain< (1954), spätestens aber seit >La Dolce
Vita< (1960) ­ als Kultplatz. Woher der Aberglaube stimmt, dass man eine Münze in
das Wasser werfen muss (Angela sagte uns rückwärts über die linke Schulter), um die
Rückkehr nach Rom zu sichern, und wie lang es diesen Aberglauben schon gibt, ist
nicht festzustellen.
Wir haben es trotzdem praktiziert:
Älter als 200 Jahre kann er nicht sein, denn die Fontana di Trevi ist das jüngste der
sozusagen klassischen römischen Bauwerke. Sie wurde als Brunnen für die bereits
seit dem Altertum existierende Aqua vergine (1732-51) von Nicola Salvi vor dem
Palazzo Poli angelegt. Den Figurenschmuck gestaltete u.a. Pietro Bracci (1862). Der
über das Meer und seine Bewohner gebietende Neptun steht vor einer antikisierenden
Schauwand, einem Triumphbogen, nachgebildet, auf einem Muschelwagen, der von
Seepferden und Tritonen gezogen wird.
Der Name Trevi kommt von einem bescheideneren Vorgängerbrunnen, der hier am
Schnittpunkt dreier Wege (tre vie) stand oder (nach anderer Lesart) von der Nymphe
Trevia.
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Fontana di Trevi
Weil man meist mit Blick zum
Brunnen steht, übersieht man
die mit auffallend vielen
Säulen geschmückte schräg
dahinter stehende Barockkirche
SS. Vicenzo e Anastasio.
Die Fassade (1650) stammt von
Martino Longhi d. J. Bauherr
war Kardinal Mazarin, der hier
seine Titelkirche hatte.
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Unsere Reiseführerin Angela und hinter der Steinmauer unsere Reiseleiterin Petra
Ehrensäule für Kaiser Marc Aurel
Etwa auf der Hälfte zwischen Piazza
Venezia und Piazza del Popolo öffnet
sich der Corso zur Piazza Colonna,
auf der die Ende des 2. Jh. errichtete
Ehrensäule steht. Ähnlich wie bei
ihrem Vorbild, der Trajanssäule
windet sich um die Säule ein Relief-
band. Dies hier zeigt Szenen aus den
beiden Feldzügen des Kaisers gegen
die Markomannen und Sarmaten (168-
169). Die Säule war mit einem Stand-
bild des Kaisers gekrönt, es wurde im
16. Jh. durch eine Statue des
hl. Paulus ersetzt.
Hinter der Säule begrenzt den Platz
der klassizistische Palazzo Wedekind,
der 1838 für das deutsche Bankhaus
dieses Namens erbaut wurde.
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Pantheon (Santa Maria Rotonda)
Der einzige, vollständig erhaltene Kuppelbau der Antike geht auf einen von Agrippa,
dem Freund und Schwiegersohn des Augustus, gestifteten Tempel zurück, der 27 v.
Chr. geweiht wurde. Das Pantheon, der dem >Allgöttlichen< oder >Allen Göttern<
gewidmete Tempel, stand im Zusammenhang mit den etwas weiter südlich gelegenen
Agrippathermen, von denen ein Rest in der Häuserfront der Via dell'Arco di Ciambella
zu sehen ist. Das Heiligtum selbst brannte zweimal ab und wurde wieder aufgebaut,
zuletzt unter Hadrian, der die auf Agrippa bezogene Weiheinschrift wieder anbringen
ließ.
Wegen des Feiertages >Allerheiligen< konnten wir das Innere der Kirche leider nicht
besichtigen, weil eine Messe gefeiert wurde.
Das Pantheon ist ein Rundbau mit einem großen Pronaos (Vorhalle) von 16 rosa und
grauen Granitsäulen korinthischer Ordnung. Die Kuppel entspricht der Hälfte einer
Kugel mit einem Durchmesser von 43,3 m, die exakt in das Gebäude hineingedacht
ist. Das Licht fällt allein durch die 9 m breite Öffnung im Zenit. Die Kuppel ist, wie der
ganze Bau, auch architekturgeschichtlich interessant: Sie wurde über einer
Holzverschalung aus Mörtel mit Tuffstein in einem Stück gegossen. Sie war in der
Antike mit vergoldeten Bronzeziegeln bedeckt. Kaiser Constans II. ließ 663 die Ziegel
nach Byzanz schaffen, 735 ersetzte sie Papst Gregor III. durch einen Bleiüberzug.
Das Innere der Kuppel, eine die Wölbung
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betonende, perspektivisch gearbeitete Kassettendecke, wurde ebenfalls seiner
Vergoldung beraubt.
Der Bau, der bis in frühchristlicher Zeit ein Tempel war, wurde 608 von Kaiser Phokas
dem Papst geschenkt. Der Papst ­ es war Bonifatius IV. ­ missverstand den Namen
Pantheon und übersetzte ihn mit Allerheiligen, welches Fest er 609 dann stiftete.
Außerdem ließ er 28 Wagenladungen mit Gebeinen aus antiken Grabstätten (wie etwa
an der Via Appia) hierher bringen. Er erklärte sie schlichtweg zu Reliquien von
christlichen Märtyrern, seitdem hieß die Kirche S. Maria ad Martyres, heute wird sie
S. Maria Rotanda genannt.
Das nicht nur schöne, sondern auch rätselhafte Bauwerk hat zu zahlreichen
astronomisch-mathematisch und mystischen Deutungen Anlass gegeben. Es als
Symbol für die Allherrschaft vom Gesetz der Zahl zu sehen, erscheint nicht abwegig.
Das Innere ist nur noch teilweise antik. Original sind der Intarsienfußboden, die
Säulen, Pfeiler und farbigen Marmorverkleidungen bis zur Höhe der Porphyrsimse. In
den Nischen, in denen heute Heiligenfiguren stehen, standen in der Antike
Götterstatuen.
Die Bronzeverkleidungen an der Kassettendecke ließ Papst Urban VIII. Barberini
abnehmen. Aus ihr wurden 80 Kanonen und der Baldachin des Altars in der
Peterskirche gegossen, was zu dem berühmten Pasquill Anlass gab: ,,Quod non
fecerunt barbari fecit Barberini." (Was die Barbaren nicht gemacht haben, machte
Barberini.)
Die Pantheon-Kirche ist auch die Walhalla berühmter italienischer Persön- lichkeiten:
Die Gräber der Könige Vittorio Emanuele II. und Umberto I. nebst Königin Margherita
befinden sich hier. Ferner haben Kardinal Ercole Conssalvi, Baldessare Peruzzi,
Taddeo Zuccari, Pierin del Vaga, Flaminio Vacca und der große Raffael hier die letzte
Ruhe gefunden.
Piazza Navona
Die Form des Platzes ­ ein lang gestrecktes Rechteck, an der Nordseite abgerundet ­
geht auf das antike Stadion des Domitian zurück. Im Mittelalter errichtete man Häuser
auf den Rängen des Stadions unter Einbeziehung der Außenmauern, so dass der
Grundriss der alten Anlage erhalten blieb.
Berühmt geworden aber ist die Piazza Navona durch ihre Brunnenanlagen, die mit der
Kirche S. Agnese in Agone ein großartiges barockes Ensemble bilden. Der Platz war
einst Inbegriff des römischen Lebensgefühls und ist heute eine beliebte
Fußgängerzone. Leider wird der Genuss durch die überhöhten Preise in den
zahlreichen Restaurants und Cafés beeinträchtigt.
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Das Stadion des Domitian wurde um 86 n. Chr. erbaut. Der später entstandene Platz
blieb Jahrhunderte lang schmucklos.
1644-50 ließ Papst Innozenz X. von Girolarno Rainaldi den Palazzo Pamphilj
errichten, in dem heute die Brasilianische Botschaft am Quirinal residiert. Eine
Gebäudeachse mit Stiegenhaus stammt von Borromini. Der Papst schenkte den
Palast seiner Lieblingsschwägerin Olimpia Maidalchini, auf die der römische Volkswitz
das Wortspiel prägte_ sie sei > olim ­ pia < (also vor unvordenklichen Zeiten einmal
fromm gewesen). Außerdem plante er, das ganze Viertel und insbesondere den Platz
in ein nobles Ambiente zu verwandeln, weshalb er die Kirche S. Agnes in Agone in
Auftrag gab, sowie den Brunnen davor.
Kirche S. Agnese in Agone
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Die Kirche steht an der Stelle, wo die hl. Agnes nackt an den Pranger gestellt wurde
und der frommen Frau die Haare wundersam wuchsen, um gnädig ihre Blöße zu
bedecken. Den Kirchenbau begannen Vater und Sohn Rainaldi 1652. 1653-57 wurde
er von Borromini fortgeführt. Die Kirche bildet mit ihrer breiten Fassade, den beiden
Glockentürmen und mit der nur wenig höheren Kuppel eine überaus harmonische
Anlage. Das hochbarocke, mit Gold und Marmor geschmückte Innere wurde von
Borromini entworfen. Der plastische Schmuck ­ u.a. eine hl. Agnes in den Flammen ­
wurde von Berninis Schülern, die auch die Brunnenfiguren draußen meißelten, nach
Entwürfen des Meisters ausgeführt.
Der Vierströmebrunne an der Piazza Navona war leider nicht zu besichtigen. Dieser
war mit einem Baugerüst abgesperrt. Hier trafen wir uns dann auch mit dem Besitzer
der Kopfhörer, weil hier unsere Stadtbesichtigung endete. Wir verarschiedeten uns
von unserer Reiseführer Angela und bedankten uns für 2 Tage Führung durch Rom, in
denen wir sehr viel interessantes von ihr erfahren haben. Über diesen Brunnen steht
im Reiseführer:
Vierströmebrunnen (Fontana die Fiumi)
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Vierströmebrunnen (Fontana die Fiumi)
ist eines der Hauptwerke Berninis (1651) und stellt in einer lebhaft bewegten
theatralischen Komposition, die das Wasser und den nach oben gelenkten Blick des
Betrachters berücksichtigt, die Flüsse der (damals bekannten) vier Erdteile dar:
der das Haupt verhüllende Nil (dessen Quellen damals noch im Dunkeln lagen) und
dann im Urzeigersinn: Donau, Rio de la Plata und Ganges. Die Legende, dass die
Personifikation des Rio de la Plata entsetzt die Hand ausstreckte, weil sie fürchte,
dass die ­ von Berninis Konkurrenten seiner Meinung nach verpfuschte ­
Kirchenfassade auf sie stürzen werde, kann schon deswegen nicht stimmen, weil die
Kirche erst später erbaut wurde. Der Obelisk, heute mit der Taube, dem Wappentier
Innozenz' X. gekrönt, stammt ursprünglich aus dem Circus des Maxentius.
Kurz nach dem Vierströmebrunnen wurde 1654 der Mohrenbrunnen (Fontana del
Moro) von Giovanni Antonio Mari nach einem Modell Berninis ausgeführt. Den
barockisierenden Neptunbrunnen (Fontana di Nettuno) auf der Nordseite schufen
Antonio della Bitta und Gregorio Zappalà 1878.
Nach der Verabschiedung von Angela begleitete uns unsere Reiseleiterin Petra noch
bis zur Peterskirche bzw. bis zum Hotel. Viele blieben jedoch in der Stadt, um etwas
zu Essen. Um 14.00 Uhr sammelte dann unser Busfahrer wieder alle ein, um mit uns
und Petra in die Albaner Berge nach Castelgandolfo und nach Frascati zu fahren. Die
Fahrt ging über die Autobahn in Richtung südwestlicher Richtung. Ca. 30 km von Rom
entfernt liegt in den Albaner Berge, oberhalb des Albaner Sees Castelgandolfo.
Päpstliche Sommerresidenz in Castelgandolfo
Das ca. 50 ha große Territorium liegt im Gebiet der ,,Castelli Romani", der
Sommervillen der reichen römischen Familien. Domitian erbaute ursprünglich diesen
Komplex von drei Villen, der dann später der Adelssitz der Familie Gandolfi wurde.
Die Sommerresidenz der Päpste steht auf geschichtsträchtigem Boden. Castel-
gandolfo ist das aus der römischen Sage bekannte Alba Longa, das von Ascanius
gegründet worden sein soll. Es wurde von Tullius Hostillus, dem dritten König von
Rom (672-640 v. Chr.) erobert und zerstört.
Die römischen Kaiser Claudius (41-54) und Domitian (81-96) ließen auf den Ruinen
der geschichtsträchtigen Stadt prächtige Villen errichten. Überreste der Villen sind
noch heute zu sehen, und auch die ursprüngliche dreistufige Gartenanlage der Antike
hat sich erhalten. Aber schon nach dem Tod Domitian im Jahre 96 setzte der Verfall
der prächtigen Villenanlage ein.
Im hohen Mittelalter bauten die Gandolfi, eine genuesische Familie, dort eine Burg.
Die Festung ging später in den Besitz des römischen Adelsgeschlechts der
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Savelli über. Im Übergang vom 14. zum 15. Jh. hielten die Capizucchi die Burg in
Besitz. Seit 1501 gehörte sie den Borgia, bis sie nach dem Tod Alexanders VI. 1503
wieder Savelli zugesprochen wurde. Im Jahre 1604 fiel sie an die Apostolische
Kammer, die für die Begleichung einer hohen Schuld (24.000 Scudi) der
aristokratischen Familie aufgekommen war und als Gegenleistung deren Landbesitz in
Castelgandolfo erhielt. Aber erst in der Regierungszeit Papst Pius V. (1605-1623)
begann man sich in Rom näher für das Gut in den Albaner Bergen zu interessieren
und legte im Jahre 1611 eine Wasserleitung zu der Burg.
Der erste Papst, der sich in Castelgandolfo aufhielt, war Urban VIII. (1623-1644).
Nach der unrechtmäßigen Okkupation des Kirchenstaates durch die Truppen des
italienischen Königs am 20. September 1870 zog sich der Heilige Vater als freiwilliger
Gefangener in den Vatikan zurück. Der päpstliche Palast blieb für viele Jahrzehnte
geschlossen. Er verwahrloste und litt unter der neuen, durch die Politik bestimmten
Umstände. Vorbei waren die Zeiten, in denen sich alljährlich der ,,treno papale"
(Papstzug) nach Castelgandolfo begab: päpstliche Dragoner, der Wagen des Papstes
unter der Bedeckung von Nobelgardisten und Schweizern, die Kutschen und Pferde
des Hofstaates, eine Abteilung der päpstlichen Gendarmerie. Unterwegs hielt der
,,Zug" zweimal, das erste Mal beim Tor di Mezza Via im Besitztum der Marescotti, das
zweite Mal bei den ,,Frattocchie" in der Villa, die den Colonna gehörte.
Mit den Lateranverträgen vom 11. Februar 1929 stand einem erneuten Aufenthalt der
Päpste in ihrer Sommerresidenz nichts mehr im Wege. Der Art. 14 des zwischen dem
Heiligen Stuhl und dem Königreich Italien geschlossenen Abkommens sicherte dem
päpstlichen Besitz in den Albaner Bergen exterritorialen Status zu. Pius XI. (1922-
1939) ordnete umfangreiche Restaurierungs- und Baumaßnahmen an.
Während des Zweiten Weltkrieges befahl Pius XII. (1939-1958), in seiner
Sommerresidenz verfolgten Menschen Zuflucht zu gewähren, vor allem Juden. Mehr
als 15.000 Menschen fanden hier Schutz. Seine Privatgemächer hatte der Papst
werdenden Müttern zur Verfügung gestellt; 36 Kinder kamen in der Villa des Heiligen
Vaters wohlbehalten zur Welt.
Die Landung anglo-amerikanischer Verbände bei Anzio und Nettuno am 22. Januar
1944 brachte auch Castelgandolfo in beträchtliche Gefahr. Bomben der Alliierten
wurden am 01. und 10. Februar über Albano abgeworfen ­ auch auf die päpstlichen
Villen, obwohl an deren Gebäude die gelbweißen Flaggen des neutralen
Vatikanstaates wehten. Viele Tode und Schwerverletzte waren zu beklagen.
Für die Päpste Pius XII. (1939-1958) und Paul VI. (1963-1978) wurde die Sommer-
residenz in den Albaner Bergen zum Sterbeort; von hier aus traten sie den letzten
Gang in ihre Bischofsstadt an. Johannes Paul I. (1978) fand in seinem nur 33 Tage
währenden Pontifikat nicht die Zeit, den exterritorialen Besitz vor den Toren Roms zu
besuchen.
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Für Johannes Paul II. (1978-2005) war Castelgandolfo kein echter Urlaubsort,
obschon er in der Sommerresidenz einen Swimmingpool bauen ließ. Zu viele
Audienzen hielten den Papst von der nötigen Erholung ab. Entspannung fand der
Wojtyla-Papst während der alljährlichen Urlaubswochen im nordwestitalienischen
Aosta-Tal.
Dennoch wird des verstorbenen Pontifex in Castelgandolfo gedacht: Im August 2005
enthüllte man in Anwesenheit von Benedikt XVI. und Bürgermeister Maurizio Colacchi
im Gemeindehaus des Ortes eine Gedenktafel; im März 2006 wurde eine Straße nach
Johannes Paul II. benannt.
Benedikt XVI. scheint, was Castelgandolfo betrifft, die Gepflogenheiten seines
unmittelbaren Vorgängers zu übernehmen. Der Aufenthalt in den Albaner Bergen darf
wohl getrost als ,,Arbeitsurlaub" beschrieben werden. Ein Großteil der Recherchen und
Arbeiten an dem ,,Jesus"-Buch des Papstes entstand hoch über dem Lago di Albano.
Kurz vor seinem Besuch in Bayern (2006) gab der Heilige Vater in seiner
Sommerresidenz drei deutschen Journalisten ein viel beachtetes Fernsehinterview,
das der Bayerische Rundfunk ausstrahlte ­ ein Novum in der Papstgeschichte.
Sommerresidenz der Päpste
Blick auf den Ort Castelgandolfo
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Blick auf den Albaner See
Von Castelgandolfo ging unsere Fahrt weiter nach Frascati, einem bekannten Weinort
in den Albaner Bergen.
Kirche in Frascati
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Frascati
Der Ort Frascati liegt in 327 Metern Höhe, auf einem Hügel nur 21 km von der Ewigen
Stadt entfernt. Nach einem Rundgang durch den Ort, den Besuch der Kirche und
einem Gläschen ,,Frascati"-Wein in einem kleinen Weinlokal, erlebten wir noch einen
überwältigen Blick auf Rom, das beleuchtet zu Füßen der Albaner Berge lag.
Es war bereits dunkel geworden, als wir um 17.00 Uhr Frascati wieder in Richtung
Rom verließen.
Nach einem letzten Abendessen im Hotel Casa Tra Noi, wobei jeder Tisch vom Haus
gratis eine Flasche Spumanti erhielt, begaben wir uns auf die Zimmer, um die Koffer
zu packen. Die letzte Nacht in Rom brach an.
Freitag, 02. Novemer 2007
Ab 7.30 Uhr gab es das letzte Frühstück in Rom. Um 7.15 Uhr war Verladung der
Koffer und pünktlich um 7.25 Uhr konnte unser Busfahrer das letzte Mal die enge
Straße vom Hotel ins Zentrum der Stadt hinunter fahren.
Auch an diesem Tag gab es verkehrsmäßig keine Probleme auf den Autobahnen. Mit
mehreren Pausen, u.a. zum Tanken und einem längeren Stopp zur Mittagszeit, kamen
wir pünktlich wie vereinbart um 17.00 Uhr in Sterzing am Bahnhof an. Dort erwartete
uns der zweite Busfahrer Andy, um uns gut und sicher nach Hause zu chauffieren.
Kurz vor Einbruch der Dunkelheit haben wir in Sterzing noch ein Gruppenfoto
gemacht.
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Nach knapp 1000 km und 14 Stunden kamen wir um 21.30 Uhr in Schwabmünchen
wieder an.
Ein ganz herzliches Dankeschön an unseren Busfahrer Rudolf Kraus und seinen
Copiloten, der uns die 6 Tage nach Rom, in Rom und von Rom zurück chauffierte,
sowie unserer Reiseleiterin Petra Hutzler mit Ihrer Tochter Simona (die wegen Ihrer
Erkrankung in Rom nicht so tolle Tage erlebte wie wir) die uns die 6 Tage so toll
betreute.
Es waren 6 unvergessene Tage in der Ewigen Stadt Rom, die bestimmt nicht die
letzten waren, denn diese Stadt ist öfters eine Reise wert.